Maulhöhlentumore bei Hund und Katze: Kann Bestrahlungstherapie die lokale Tumorkontrolle verbessern?


Franziska Schmid, "Maulhöhlentumore bei Hund und Katze: Kann Bestrahlungstherapie die lokale Tumorkontrolle verbessern?", Mai 2013


1.Einleitung und Fragestellung
Krebs ist eine sehr schwere, in malignen Fällen oft unheilbare Erkrankung und eine der häufigsten Todesursachen bei Hunden und Katzen. So sterben rund 50% der Hunde und 33% der Katzen an malignen Tumorerkrankungen, wobei hier v.a. ältere Tiere betroffen sind (MORRIS u. DOBSON, 2001a; RUSK, 2005). 
Heutzutage weisen die in Obhut des Menschen lebenden Hunde und Katzen eine immer höhere Lebenserwartung auf. Dies mag zum einem an dem medizinischen Fortschritt in der Veterinärmedizin in den letzten 10 bis 20 Jahren liegen, aber zum anderen auch am zunehmenden Bewusstsein und den steigenden finanziellen Möglichkeiten der Tierbesitzer. Da Krebs generell eine Erkrankung älterer Tiere darstellt, erhöht sich dadurch aber auch die Anzahl der an Krebs erkrankten Tiere (KESSLER, 1999a; WITHROW, 2007).  

Bei der  Behandlung von Tumoren ist ein gut geplantes Vorgehen notwendig, welches immer wieder eine Herausforderung für den Tierarzt darstellt. Je nach Tumorart,Lokalisation, Größe, biologischem Verhalten, etc. müssen sich z.B. Fragen gestellt werde wie: Welche Behandlungsmöglichkeiten verwenden wir? Behandeln wir den Patienten mit einer Monotherapie oder einer Kombinationstherapie aus Chirurgie, Bestrahlung u./o. Chemotherapie? Spricht dieser Tumor überhaupt auf eine Bestrahlung an? Wenn ja setzen wir sie präoperativ oder postoperativ ein (ESTRIN, 2009)?

Außerdem darf bei der Therapieplanung auch nicht die starke emotionale Belastung der Tierbesitzer außer Acht gelassen werden. Für viele ist das Haustier heutzutage ein gleichwertiges Familienmitglied geworden. Sie wollen nur das Beste für ihr Tier und fühlen sich verpflichtet, für sie bis an ihr Lebensende gut zu sorgen. Natürlich ist die Diagnose „Krebs“ oft sehr beunruhigend und viele Menschen verbinden Behandlungen, wie Strahlen o. Chemotherapie, mit akuten Nebenwirkungen wie: Übelkeit, Gewichtsverlust, Haarausfall oder Mattigkeit, die in der Humanmedizin durchaus sehr häufig auftreten, bei Tieren jedoch nicht in einem solch starken Ausmaß zu sehen sind (SIMON, 2000a). Einige Leute stehen der Möglichkeit, einen Tumor beim Tier zu behandeln, immer noch sehr kritisch gegenüber und fragen sich, warum man den Tieren diese teils sehr aufwendigen Therapien zumuten soll.

Viele chronische Krankheiten sind nicht heilbar (z.B. einige endokrinologische Erkrankungen und Herzprobleme)
und  werden routinemäßig behandelt. Auch Krebs zählt zu den chronischen Krankheiten und kann davon abgesehen, in vielen Fällen benigner Tumore auch geheilt werden (VAIL, 2009; VILLALOBOS, 2008).

Aber auch bei malignen Tumoren, die trotz Therapie nicht geheilt werden können, ist in vielen Fällen eine Tumorkontrolle über eine bestimmte Zeitspanne bei guter Lebensqualität erreichbar. Auch wenn für manche Besitzer  eine Verlängerung der Überlebenszeit um z.B.    1 Jahr nicht lange erscheint, ist die bezogen auf die durchschnittliche Lebenszeit von Hunden und Katzen doch ein ansehnlicher Zeitgewinn.

Dies verdeutlicht, dass bei der Tumorbehandlung eine weitere Aufgabe der Tierärzte darin besteht, individuell auf jeden Tierbesitzer einzugehen und sie über alle Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären (KESSLER, 1999a; NORTH u.
BANKS, 2009a).

Ziel meiner Diplomarbeit war es retrospektiv zu evaluieren, inwieweit eine
Bestrahlungstherapie einen therapeutischen Effekt auf die lokale Tumorprogression von malignen Maulhöhlen-tumoren bei Hunden und Katzen hat.

 

2. Literaturübersicht
2.1 Tumore der Maulhöhle -  Grundlagen  
2.1.1 Tumorentstehung   

 

Tumore  sind  im  Allgemeinen  Gewebezubildungen. Auslösende  Faktoren  können  sowohl  exogener  (chemische,   physikalische   und   infektiöse   Noxen)   als   auch   endogener   (Alter,   Geschlecht,  familiäre  Disposition,  individuelle  genetische  Veranlagung)  Natur  sein,  die  eine  Tumorentwicklung durch eine Veränderung des genetischen Materials bewirken (MISDORP, 1999; NOLTE u. NOLTE, 2000a).

Eine  wichtige  Rolle  spielen  hierbei  bestimmte  Gene,  sogenannte  Proto-Onkogene,  deren  Hauptaufgabe die Regulation des Zellwachstums,  der Zellteilung und der Zelldifferenzierung ist. Nach  Mutation  entstehen  aus  ihnen
Onkogene,  deren  Produkte  das  Tumorwachstum fördern können, da sie zu einer abnormen Aktivierung des Zellwachstums führen.  Typisch für Tumorzellen   sind   ein   unbegrenztes   autonomes   Wachstum,   eine   erhöhte   Wachstumsgeschwindigkeit   und   eine   ungehemmte   Proliferation   (ARGYLE   u.   KHANNA,   2007;   MISDORP, 1999; NOLTE u. NOLTE, 2000a). 

Generell geht man aber davon aus, dass alle Tumore monoklonalen Ursprungs sind, das heißt aus  einer  einzigen  entarteten  Zelle  hervorgehen.  Jedoch  müssen  in  der  Regel  mehrere  Mutationen   auftreten,   die   jede   für  sich   die   genetisch   veränderte   Zelle   mit   einem   Selektionsvorteil  gegenüber  den  normalen  Nachbarzellen  ausstattet,  bevor  sich  aus  der  normalen   Zelle, eine   Tumorzelle   und   daraus   ein   invasiver,   metastasierender   Tumor   entwickeln kann (MISDORP, 1999; NOLTE u. NOLTE, 2000a; MORRISON, 1998a).

Die  Maulhöhle  ist  eine  der  häufigsten  Primärlokalisationen  für  Tumore  bei Hunden  und  Katzen,  da  die  Oberfläche  der  Maulschleimhaut  einer  Vielzahl  an  krebserregenden  Stoffen  und Umweltweinflüssen ausgesetzt ist. So machen maligne orale Tumore beim Hund 6 % und bei der  Katze  3  %  aller  Tumore aus  (CRONIN,  2006a;  KESSLER,  1999e;  MORRIS  u.DOBSON, 2001c).

 

2.1.2 Tumorklassifizierung


Bevor man sich als Tierarzt für eine Therapieform entscheidet und eine Prognose gegenüber den  Besitzern  ausspricht, muss  man  eine  möglichst  genaue  Kenntnis  über  die  histologische  Art und den Grad des Tumors haben, sowie über dessen Größe, anatomische Ausdehnung und Fähigkeit  zur  Bildung  von  Metastasen  (DOBSON,  1998a;  MORRISON,  1998b;  NOLTE  u.  NOLTE, 2000b).

Pierre  Denoix  hat  in  den  Jahren  1943-1952  für  die  objektive  Erfassung  von  Tumorerkrankungen das sogenannte "TNM-System“ eingeführt, mit dem die Weltgesundheitsorganisation  (WHO)  die  Einteilung  menschlicher  und  tierischer  Tumore  vorgenommen  hat.  Dabei  werden  die  Eigenschaften  des  Primärtumors  (T),  Veränderungen  der  regionalen  Lymphknoten  (N)  und  das  Vorhandensein  von  Metastasen  (M) dokumentiert  (KESSLER,  1999a). 

 

 

2.1.3 Diagnose und Therapie


Da  die  meisten  Besitzer  keine  routinemäßige  Inspektion  der  Maulhöhle  vornehmen,  werden  viele  Tumore  erst  in  einem  sehr  späten  Stadium  diagnostiziert.  Häufige  klinische  Anzeichen  sind  dabei  Verformungen  des  Gesichts  und  des  Unterkiefers,  Foetor  ex  ore,  verminderte  Futteraufnahme,  anhaltender  Speichel-  oder  Blutfluss,  Zahnfehlstellungen  und Zahnverlust (LIPTAK u. WITHROW, 2007;NOLTE u. NOLTE, 2000e). 

Identifizierung  des  Tumortyps  zu  erreichen.  Hilfsmöglichkeiten  sind  hierbei unter  anderem  (u.a.)    Adspektion,    Palpation,    Röntgen,    CT, MRT,    Ultraschall,    Endoskopie,    sowie Feinnadelaspiration oder Biopsie und  deren  zytologischer  und  histologischer  Untersuchung. Den  wichtigsten    Schritt  der  Diagnosestellung  einer  Tumor-erkrankung  stellt die  Biopsie  mit anschließender  histologischer  Untersuchung  dar,  denn  nur  so  kann  man  das  biologische  Verhalten  des  Tumors  einschätzen  und  eine  Stadieneinteilung  der  Erkrankung  vornehmen (KESSLER, 1999a; WHITE, 1998a).   

Um die beste Wahl der Therapie treffen zu können, ist es sehr wichtig, eine möglichst genaue Anschließend  wählt  man  unter  den  Therapiemöglichkeiten  wie  Chirurgie,  Bestrahlung,  Chemotherapie und Hyperthermie die geeignetste aus, wobei oft auch Kombinationstherapien eingesetzt werden (MORRISON, 1998c; WHITE, 1998b).

 

2.1.4 Prognose


Die  Prognose  ist  von  einigen  Faktoren  wie  histopathologischer  Typ  des  Tumors,  dessen  Größe,   Knochenbeteili
gung,   Bildung   von   Metastasen   in   die   regionalen   Lymphknoten,   Bildung    von    Fernmetastasen,    Lage   innerhalb    des    Mund-Rachen-Raums    und    dem Krankheitsstadium abhängig (WHITE, 1998b). 

Eine  sehr  schlechte  Prognose  haben z.B. Primärtumore wie  Melanome,  die  schon  sehr  groß  sind  und  sich  im  caudalen  Teil  der  Maulhöhle  befinden  oder  eine  Knochenbeteiligung,  regionale Metastasen oder Fern- metastasen aufweisen (WHITE, 1998b). Grundsätzlich sind die Prognose und die Überlebenszeiten immer besser, wenn der Tumor in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert und der Patient sehr rasch therapiert  wurde (NORTH u. BANKS, 2009a).   

 

2.2. Strahlentherapie
2.2.1 Entwicklung der Strahlentherapie in der Veterinärmedizin

 

Strahlentherapie  ist  nicht  nur  in  der  Humanmedizin,  sondern  auch  in  der  Tiermedizin  eine  effektive Möglichkeit zur Behandlung von Tumorpatienten.

Radiotherapie wurde in der Veterinärmedizin schon genutzt,  kurz nachdem der Physiker W.C. Röntgen  1895  die
Röntgenstrahlen  entdeckt  hatte (ESTRIN,  2009). In  den  Jahren  1895 bis 1920  sammelte  bereits  der  deutsche  Veterinärmediziner Richard  Eberlein  erste  Erfahrungen bei  der  Behandlung  von  Haustieren.  Der  folgende  große  technische  Fortschritt  und  das  bessere  Verständnis  der  radiobiologischen  Effekte  führten dazu,  dass  der  österreichischeVeterinärmediziner   Alois   Pommer   erste   Radiotherapieprotokolle   für   die   Tiermedizin  
entwickelte,  die  er  ab  dem  Jahr  1934  bei  Kongressen  weltweit  vorstellte.  Durch neuere Erkenntnisse über
das Verhalten von normalen Gewebe und Tumorgewebe auf Radiotherapie,sowie  durch  die  Entwicklung  modernerer  Bestrahlungsgeräte,  entstanden  im Laufe  der  Zeit  jedoch bessere  Versionen  von Behandlungs-protokollen  (BUCHHOLZ  u.  LUDEWIG,  2009;  LaRUE u. GILLETTE, 2007). 

Heutzutage nutzen immer mehr Tierärzte die Möglichkeit ihre Patienten, für eine Radiotherapie, an entsprechende Spezialkliniken zuzuweisen, wodurch die Verwendung der Strahlentherapie für die Behandlung eines Tumors zunehmend Bedeutung erlangt. Es ist jedoch sehr wichtig, die biologischen und physikalischen Prinzipien der Strahlentherapie und ihre Wirkung auf Gewebe genau zu kennen, um den Tumor optimal zu behandeln und um
eine Übertherapie mit Nebenwirkungen zu verhindern (THRALL, 1998).

 

2.2.2 Physikalische Grundlagen der Radiotherapie


Bei der Behandlung eines Tumors mit ionisierender Strahlung, nutzt man deren Fähigkeit,
Zellen abzutöten (KASER-HOTZ, 1999).
Es wird gezielt Energie in der Nähe der DNA deponiert, entweder in Form von
elektromagnetischer (Photonen) oder partikulärer (Elektronen) Strahlung. Durch den
Compton-Effekt kommt es bei den Photonen zu einer Interaktion zwischen ihnen und dem
Gewebe auf atomarer Ebene, wodurch nach Ejektion eines Elektrons aus dem atomaren
Verbund ein freies, energiegeladenes (kinetisches) Elektron und ein positiv geladenes Atom
entsteht. Angegeben wird die Energie der ionisierenden Strahlung mit der Einheit 1 Gray (Gy)
und entspricht der Energie von 1 J/kg (DOBSON, 1998b; SIMON, 2000a).

Die durch die Strahlenenergie freigesetzten kinetischen Elektronen können dann entweder zu
einer direkten Schädigung der DNA in Form von Doppelstrangbrüchen führen, oder indirekt,
durch die Bildung freier Sauerstoffradikale aus H2O, eine Unterbrechung des DNA-Stranges
bewirken (KASER-HOTZ, 1999; SIMON, 2000a).
Bei diesem Zelltod, der nach einigen Stunden bis Tagen eintritt, unterscheidet man zwischen
einem mitotischen Zelltod und einem Interphasentod. Beim mitotischen Zelltod werden die
Zellen während der Zellteilung geschädigt und dies betrifft v.a. sich schnell teilende
Zellpopulationen wie Magen-Darmtrakt, Haut, Knochenmark und Tumorzellen. Unter
Interphasentod versteht man eine Zelllysis unabhängig von der Zellteilung. Es kann bei
ausreichend hoher Strahlendosis (>5 Gy) somit jede Zellart betreffen (DOBSON, 1998b;
KASER-HOTZ, 1999; SIMON, 2000a).

 

2.2.3 Technische Grundlagen


Für die Durchführung einer Strahlentherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die
Teletherapie, Brachytherapie oder systemische Radiotherapie.
Die am häufigsten angewendete Form ist die Teletherapie, bei der die Energie über eine
äußere Strahlenquelle abgegeben wird, die sich in einigem Abstand zum Patienten befindet.
Möglichkeiten für die Energiequellen sind orthovoltage Röntgengeneratoren, oder
megavoltage Kobalt- und Cäsiumquellen, sowie Linearbeschleuniger (LaRUE u. GILLETTE,
2007; NORTH u. BANKS, 2009b; SIMON, 2000a).
An der Veterinärmedizinischen Universität Wien wird ein Linearbeschleuniger verwendet, da
er einige Vorteile mit sich bringt. Zum einen kann er sowohl Röntgenstrahlen als auch
Elektronen unterschiedlicher Energie produzieren und zum anderen liefert er 6-10 mal mehr
Energie als anderen Strahlenquellen, wodurch eine höhere Penetrabilität, eine geringere
Streustrahlung und eine gleichmäßigere Verteilung der Energie im Gewebe erreicht wird. Ein
weiterer Vorteil liegt darin, dass die maximale Energiedosis bis einige cm unterhalb der
Dermis liegt, wodurch es zu einer Schonung der Hautstrukturen und Verminderung der
kutanen Nebenwirkungen kommt. Durch diesen Dosis-Aufbaueffekt im Gewebe können
höhere Strahlendosen verwendet und bessere Therapieergebnisse erzielt werden
(LaRUE u. GILLETTE, 2007; SIMON, 2000a; THRALL, 1998).

 

2.2.4 Radiosensitivität


Die Zellproliferation ist ein zyklischer Prozess und lässt sich in bestimmte Phasen gliedern:
die S-Phase (DNS-Synthese), M-Phase (Mitose), G1-Phase und G2-Phase (Teilung), sowie
die G0-Phase (Ruhephase). Wichtig in der Behandlung von Krebs ist zu beachten, dass die
Zellen in den einzelnen Phasen unterschiedliche Sensitivität gegenüber Bestrahlung und auch
Chemotherapeutika aufweisen (KASER-HOTZ, 1999; LaRUE u. GILLETTE, 2007).

Grundsätzlich gilt, dass sich Zellen, die sich im Zellzyklus aktiv in den Teilungsphasen G1,
G2 und Mitose befinden und die sogenannte Wachstumsfraktion bilden, am empfindlichsten
gegenüber Strahlen verhalten. Das heißt also je höher der Anteil der Zellpopulation ist, der die
Wachstumsfraktion bildet, umso höher ist die Radiosensitivität des Gewebes. Zellen in der
S-Phase hingegen, sind am resistentesten. Dies erklärt auch, dass bei Geweben mit rascher
Proliferation wie z.B. Mukosa, Haut, Knochenmark und bei den meisten Tumoren,
Strahlenschäden schon nach wenigen Tagen bis Wochen sichtbar werden. Bei langsam oder
nichtproliferierendem Gewebe (z.B. Nervengewebe, Knochen, Muskulatur, Lunge) hingegen
erst nach Monaten oder Jahren (KASER-HOTZ, 1999; SIMON, 2000a).
Aber auch die Anwesenheit von Sauerstoff im bestrahlten Gewebe hat einen großen Einfluss
auf den Effekt der Radiotherapie. Sauerstoff verbindet sich mit den durch die Strahlung
entstehenden freien Radikalen und bildet sogenannte organische Peroxide. Diese sind stabiler
als freie Radikale und können die DNA-Schädigung somit verstärken (oxygen enhancement).
Daraus ergibt sich, dass hypoxische Zellverbände 2-3 mal weniger strahlensensitiv sind.
Gerade große Tumore weisen einen hohen Anteil hypoxischer Bereiche auf, wodurch sie
dadurch oft resistent gegenüber einer Strahlentherapie werden (DOBSON, 1998b; SIMON,
2000a; THRALL, 1998).

 

2.2.5 Biologische Grundlagen


Wichtig ist, dass die Strahlung so eingesetzt wird, dass die Schäden im Tumorgewebe
deutlich größer sind als im normalen gesunden Gewebe. Von dem her wird die Gesamtdosis
nicht auf einmal, sondern in kleinen Einzeldosen, sogenannten Fraktionen verabreicht.
Denn nach einer einzelnen kleinen Strahlendosis sind ein Teil der Zellen der Population
abgestorben, die anderen hingegen haben nur subletale Schäden davon getragen, die durch
körpereigene Zellmechanismen schnell wieder repariert werden können. Grundsätzlich gilt,
dass die Regenerationsfähigkeit bei gesunden Zellen besser ist als bei tumorösen Zellen,
wodurch idealerweise zwischen den Behandlungseinheiten eine Reparation normaler Zellen,
nicht aber von Tumorzellen stattfindet (DOBSON, 1998b; KASER-HOTZ, 1999).

Ein weiterer wichtiger Schritt, der durch eine Fraktionierung erreicht werden kann, ist die
Redistribution, d.h. die Neuverteilung von Tumorzellen in bestimmte Phasen des Zellzyklus.
Während der Bestrahlung werden v.a. Tumorzellen aus den radiosensitiven G1-, G2- und M�Phasen des Zellzyklus geschädigt. In den Behandlungspausen treten aber durch den
Zellverlust Zellen aus den strahlenresistenten S- und G0- Phasen in die sensitiven Phasen
über, wodurch mit der nächsten Fraktion diese dann wieder geschädigt werden können
(DOBSON, 1998b; LaRUE u. GILLETTE, 2007).
Einen sehr großen therapeutischen Nutzen zieht man aus der Reoxygenierung hypoxischer
Tumorzellen in den Behandlungspausen zwischen den einzelnen Fraktionen. Wie schon
erwähnt, sind hypoxische Zellen weniger strahlenempfindlich als gut oxygenierte. Da
Tumorgewebe häufig eine mangelnde Blutgefäßversorgung besitzen, weisen die Zellen in
einigen Arealen des Tumors eine schlechte Sauerstoffversorgung auf. Bei einer
Bestrahlungseinheit stirbt aber ein Teil der gut oxygenierten Zellen ab, wodurch die
Sauerstoffversorgung der verbliebenen Zellen verbessert wird und diese dann mit der
nachfolgenden Behandlung abgetötet werden können (DOBSON, 1998b; KASER-HOTZ,
1999).
Die schwierigste Aufgabe der Veterinärmediziner liegt nun darin, die richtige Art der
Fraktionierung festzulegen. Der Erfolg einer Behandlung eines Tumors durch Strahlung hängt
von der applizierten Gesamtdosis ab. Jedoch muss bedacht werden, dass je höher die Dosis
der Fraktion ist, desto mehr Schäden treten auch im normalen Gewebe auf. Auch dürfen die

Zeiträume zwischen den Fraktionen nicht zu groß sein, da es sonst zu einer Repopulation des
Tumors kommen kann (DOBSON, 1998b; LaRUE u. GILLETTE, 2007; SIMON, 2000a).
Berücksichtigt man nun diese von Whiters 1975 eingeführten „4 R“ (Reparation,
Redistribution, Reoxygenierung und Repopulation) sind tägliche Fraktionen mit niedrigen
Strahlendosen besser als wenige Fraktionen mit hoher Dosis, da man so die größtmögliche
Gesamtdosis mit den geringsten Nebenwirkungen erreichen kann.
(FOALE u. DEMETRIOU, 2010).

 

2.2.6 Klinische Anwendung der Radiotherapie


Eine Behandlung von Tumoren mittels einer Strahlentherapie ist v.a. indiziert bei malignen
Neoplasien, die aufgrund infiltrativen Wachstums oder ihrer Größe chirurgisch nicht
beherrscht werden können, ohne dass funktionelle oder auch kosmetische Dysfunktionen
auftreten. Dies ist gerade bei Maulhöhlentumoren des Öfteren der Fall (DOBSON, 1998b;
KASER-HOTZ, 1999).
Wichtig ist, dass man sich vor Beginn der Behandlung sehr gründlich über die vorliegende
Tumorart und dessen Radiosensitivität informiert, denn nicht alle Tumore reagieren gleich gut
auf ionisierende Strahlung (ESTRIN, 2009).
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer kurativen und einer palliativen
Bestrahlungstherapie und innerhalb der palliativen Protokolle zwischen täglich fraktioniert
und hypofraktioniert.
Das Ziel der kurativen Behandlung liegt darin, eine längerfristige Kontrolle des Tumors, eine
Verlängerung der Überlebenszeit des Patienten oder sogar in seltenen Fällen eine Heilung zu
erreichen (DOBSON, 1998b; SIMON, 2000a).
Bei schon sehr fortgeschrittenen Tumorstadien, die oft inoperabel sind und bereits lokale
Veränderungen und teilweise Metastasen aufweisen, wird eine palliative Therapie
durchgeführt. Hier liegt das Ziel nicht in einer Heilung oder Verlängerung der Überlebenszeit,
sondern in einer Verbesserung der Lebensqualität, der Körperfunktionen und der Linderung
von Schmerzen (LaRUE u. GILLETTE, 2007; SIMON, 2000a).

Wie im vorherigen Punkt erwähnt, werden die Patienten bei den gängigen kurativen
Protokollen meist täglich bestrahlt mit einer höheren Anzahl an Fraktionen, aber einer
niedrigeren Einzeldosis. Werden die Tiere palliativ täglich fraktioniert behandelt, erhalten sie
wenige Einzelfraktionen und eine niedrige Einzel- sowie Gesamtdosis.
Bei der hypofraktionierten Bestrahlung hingegen, die bei bestimmten Tumoren, wie z.B. in
der Maulhöhle beim Malignen Oralen Melanom, verwendet wird, werden die Tiere mit nur
4-6 Einzelfraktionen, in einem wöchentlichen oder 2x pro Woche durchgeführtem Intervall
und hohen Einzeldosen bestrahlt. Vorteile dieser Bestrahlungsart liegen in einer niedrigeren
Anzahl an Narkosen für das Tier, niedrigere Kosten und weniger Aufwand für den Besitzer,

sowie weniger akuten Nebenwirkungen als bei einer hyperfraktionierten Behandlung. Da sie
jedoch  gegen  einige  Grundsätze  der  „4R‘s“  verstößt  und  das  Risiko  von  unerwünschten
Spätnebenwirkungen erhöht ist, sollte diese Art der Therapie nur bei bestimmten Tumorarten
verwendet werden (FOALE u. DEMETRIOU, 2010).


2.2.7 Nebenwirkungen der Radiotherapie


Wie  schon  erwähnt,  reagieren  aber  nicht  nur  Tumorzellen  auf  die  zerstörende  Wirkung  der
Strahlentherapie,   sondern   auch   normale   Zellen   die   sich   im   Bestrahlungsfeld   befinden.
Dadurch kann es zu unerwünschten akuten und chronischen Effekten kommen.
Akute  Nebenwirkungen  treten  v.a.  bei  sich  schnell  teilenden  Zellen  wie  Schleimhaut  oder
Haut während der Zellteilung auf und sind dosisabhängig. Grundsätzlich heilen sie aber meist
2-3  Wochen  nach  Abschluss  der  Behandlung  wieder  ab.  Chronische  Effekte  werden  erst
mehrere  Monate  bis  Jahre  nach  der  Behandlung  sichtbar  und  treten  überwiegend  bei  sich
langsam  teilenden  oder  nicht  proliferierenden  Zellpopulationen  wie  Knochen,  Lunge  oder
zentrales Nervensystem auf (LaRUE u. GILLETTE, 2007; SIMON, 2000a; THRALL, 1998).
Da sich im Bestrahlungsfeld von Maulhöhlentumoren v.a. Gewebe wie Haut und Schleimhaut
befinden, überwiegen die akuten Nebenwirkungen und äußern sich in Form einer Mukositis,
Erythembildung, Ödematisierung und Desquamation im Bereich des Strahlenfeldes
(SIMON, 2000a; MORRIS u. DOBSON, 2001c).

2.3. Kombinationstherapien


Radiotherapie ist für sich gesehen bei einigen Tumorerkrankungen eine effektive
Behandlungsmöglichkeit. Jedoch gibt es auch Fälle, die durch Bestrahlung allein nicht in den
Griff zu bekommen sind. Bei ihnen wird eine Kombination mit weiteren
Behandlungsmöglichkeiten wie Chirurgie und Chemotherapie empfohlen (LaRUE u.
GILLETTE, 2007; MORRIS u. DOBSON, 2001b; SIMON 2000a).

 

2.3.1. Chirurgie


Chirurgie ist eine der wichtigsten und ältesten Formen der Krebsbehandlung und hat in der
Veterinärmedizin einen sehr hohen Stellenwert, da weitere Behandlungsmöglichkeiten wie
Bestrahlung und Chemotherapie nicht immer zur Verfügung stehen. Von großer Bedeutung
ist jedoch, dass vor der chirurgischen Tumorresektion, mit Hilfe einer Biopsie und
histologischen Untersuchung, eine genaue Einteilung des Tumors in Typ, Grad und Stadium
gemacht wird, denn nicht bei allen Tumortypen muss eine radikale Chirurgie die beste
Lösung sein (KESSLER, 1999b; NOLTE u. NOLTE, 2000c; SALISBURY, 1998a).
Grundsätzlich wird eine kurative Chirurgie angestrebt, bei der man allein durch eine
vollständige Resektion eine Heilung der Tumorerkrankung erzielen kann. Denn wie schon
COYLE u. GARRETT in einer Studie von 2009 erwähnten, weist eine komplette chirurgische
Tumorentfernung eine signifikant längere Überlebenszeit auf, als eine inkomplette
Entfernung.
Unter einer palliativen Chirurgie versteht man die Tumorresektion mit dem Ziel der
Verbesserung der Lebensqualität, nicht aber der Heilung oder Lebenszeitverlängerungen.
Außerdem gibt es noch eine sogenannte zytoreduktive Chirurgie, die durchgeführt wird, wenn
keine vollständige Exzision des Tumors möglich ist. Jedoch ist sie nur sinnvoll und
lebenszeitverlängernd, wenn man die Möglichkeiten für zusätzliche Therapieformen wie
Bestrahlung- oder Chemotherapie hat, um einer schnellen Rezidivbildung entgegenzuwirken
(KESSLER, 1999b; WHITE, 1998a).

So kann z.B. die Radiotherapie entweder präoperativ (neoadjuvant) oder postoperativ
(adjuvant) eingesetzt werden. Präoperativ ist das Ziel eine Tumorverkleinerung und daraus
resultierend eine erleichterte oder erst dadurch mögliche Operation. Postoperativ steht das
Abtöten der mikroskopischen Resttumorpopulation und die Minimierung des Rezidivrisikos
im Vordergrund (NOLTE u. NOLTE, 2000c; DOBSON, 1998b; SALISBURY, 1998a).
Da maligne Maulhöhlentumore schon sehr früh die Tendenz zur Invasion der Kieferknochen
und des Periosts zeigen, ist es oft nötig eine radikale Chirurgie, das heißt eine Resektion des
betroffenen Kiefersegments, durchzuführen. Je nach anatomischen Gegebenheiten und

Wachstumsverhalten kann der Chirurg zwischen verschiedenen Methoden der
Mandibulektomie und Maxillektomie auswählen (LIPTAK u. WITHROW, 2007; NOLTE u.
NOLTE, 2000c; SALISBURY, 1998b).
Trotz all dieser radikalen Methoden ist es wichtig, das Metastasenrisiko von Tumoren zu
kennen, denn es können auch nach erfolgreicher chirurgischer Resektion Metastasen
entstehen. Daher ist es in einigen Fällen sinnvoll, adjuvante oder neoadjuvante Therapien in
den Behandlungsplan miteinzubeziehen. Dabei wird die Bestrahlungstherapie v.a. bei
Primärtumoren und regionalen Metastasen und die Chemotherapie bei Fällen mit
systemischen Metastasen eingesetzt (DOBSON 1998b; SIMON, 2000a).

 

2.3.2. Chemotherapie


Die Bestrahlungstherapie wird auch sehr häufig mit verschiedenen zytotoxischen Substanzen
kombiniert, die vor, während oder nach der Bestrahlung eingesetzt werden, da einige von
ihnen die Reaktion des Gewebes auf Bestrahlung modifizieren können. Man kombiniert hier
also eine lokale mit einer systemischen Behandlung, um eine bessere Tumorkontrolle und
somit Therapieergebnisse zu erzielen. Chemotherapeutika können nämlich sowohl die
Reparation subletaler Zellschäden verhindern, radioresistente Zellen in der S- und G0- Phase
des Zellzyklus zerstören, als auch Mikrometastasen außerhalb des Bestrahlungsfeldes
bekämpfen (KESSLER, 1999c; NOLTE u. NOLTE, 2000d).
Wie bei allen anderen Therapiemethoden steht auch bei der Chemotherapie die genaue
Identifikation des Tumors an erster Stelle. Denn es gibt Tumore, die nur auf bestimmte
Zytostatika ansprechen, aber auch welche die gar nicht empfindlich sind (GORMAN; 1998;
MORRISON, 1998; NOLTE u. NOLTE, 2000d).
Grundsätzlich wirken Chemotherapeutika v.a. auf sich aktiv teilende Tumorzellen, denn
während dieser Wachstumsphasen reagieren die Zellen am empfindlichsten auf externe
Schädigungen. Zu beachten ist jedoch, dass sich der Anteil der sich teilenden Zellen eines
Tumors im Laufe seines Wachstums ändert. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Tumors ist,
laut der sogenannten Gompertzschen Kinetik, dieser Anteil hoch, erreicht dann ein Plateau

und geht schließlich in einen Zustand über, bei dem der Anteil der nicht teilungsaktiven
Zellen überwiegt. Daraus ergibt sich, dass die Therapie so früh wie möglich begonnen werden
soll, denn je kleiner der Tumor, desto empfindlicher ist er (KESSLER, 1999c; NOLTE u.
NOLTE, 2000d).
Natürlich werden aber auch die normalen, sich rasch teilenden Gewebe des Körpers durch die
Chemotherapie geschädigt, wodurch u.a. Nebenwirkungen wie Myelosuppression,
Immunsuppression, gastrointestinale Nebenwirkungen und Störung der Zellerneuerung von
Haut und Schleimhaut auftreten können. Da deren Stärke abhängig von Art, Dosis und
zeitlicher Abfolge der Medikamentengabe ist, besteht die Hauptaufgabe der Tierärzte darin,
die Dosis so zu wählen, dass sie eine signifikante Wirkung auf die Zellen des Tumors, nicht
aber auf normale Zellen hat. Außerdem muss der Abstand zwischen den Behandlungen so
berechnet werden, dass zwar genügend Tumorzellen abgetötet werden, normale
Zellpopulationen aber die Zeit haben sich wieder zu erholen. Wobei der Abstand nicht zu
groß sein darf, da es ansonsten zu einer Repopulation des Tumors aus verbliebenen
Tumorzellen kommen kann (GORMAN, 1998; NOLTE u. NOLTE, 2000d).

Innerhalb der Zytostatika unterscheidet man zwischen phasenspezifischen Medikamenten, die
die Zellen nur während bestimmter Phasen des Zellzyklus schädigen, zellzyklusabhängige
Mittel, die während mehrerer Phasen angreifen können und zellzyklusunabhängigen
Chemotherapeutika, die sowohl sich teilende als auch ruhende Zellen schädigen können
(SIMON, 2000b).
Die bevorzugte Form der Behandlung ist eine kombinierte Chemotherapie, bei der
verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Der Vorteil liegt darin, dass sie verschiedene
Stadien des Zellzyklus beeinflussen und dadurch eine größere Anzahl an Tumorzellen
abgetötet wird. Außerdem erlaubt dies die Anwendung von niedrigeren Dosierungen,
wodurch die Toxizität für normales Gewebe gesenkt wird (GORMAN, 1998; KESSLER,
1999c).
Im Folgenden wird nur kurz auf die Medikamente eingegangen, die auch in dieser Studie
zusätzlich zur Bestrahlungstherapie verwendet wurden.

Cyclophosphamid gehört zur Gruppe der alkylierenden Medikamente, mit der Eigenschaft,
dass sie ein Wasserstoffatom durch eine Alkylgruppe ersetzen. Durch diese Alkylierung
kommt es zu Brüchen im DNS-Molekül, zu Querverbindungen im DNS-Doppelstrang und
somit zur Störung der DNS- aber auch der RNS- Transkription. Diese Wirkung ist
zellzyklusunabhängig. Hauptindikationen für Cyclophosphamide sind u.a. bei malignen
Lymphomen, Karzinomen, Sarkomen und Leukämien (CHUN et al., 2007; GORMAN, 1998;
SIMON, 2000b).
Auch Melphalan schließt sich dieser Gruppe von Zytostatika an und wird v.a. zur Behandlung
des multiplen Myeloms eingesetzt (CHUN et al., 2007; SIMON, 2000b).
Carboplatin ist eine Platinverbindung mit einer alkylanzien ähnlichen,
zellzyklusunabhängigen Wirkung und reagiert mit den Basen der DNA, wodurch auch hier
wieder die normale Funktion und Replikation der DNS gestört wird. Eingesetzt wird dieses
Medikament bei verschiedenen Karzinomen und Sarkomen (GORMAN, 1998; SIMON,
2000b).

Doxorubicin gehört zur Gruppe der Antitumor-Antibiotika und wird aus dem Pilz
Streptomyces pencetus var. caesius gewonnen. Diese Stoffe lagern sich zellzyklusunabhängig
zwischen die Nukleotide ein und bilden so stabile Komplexe mit der DNS und RNS, wodurch
deren Funktion beeinträchtigt wird. Angewendet wird Doxorubicin v.a. bei Lymphomen,
verschiedenen Karzinomen und Sarkomen (RUSLANDER, 1999; SIMON, 2000b).
Vinorelbin zählt zu den Pflanzenalkaloiden (Spindelgiften) und entstammt aus der
immergrünen Pflanze Catharantus roseus. Es bindet spezifisch an das Tubulin in den
Mikrotubuli und verhindert so die Ausbildung der mitotischen Spindel, wodurch es zur
Hemmung der Mitose kommt. Somit hat Vinorelbin eine zellzyklusabhängige Wirkung auf
sich teilende Zellen, v.a. in der M-Phase und wird zur Behandlung von Lymphomen,
Mastzelltumoren, Karzinomen und Sarkomen eingesetzt (SIMON, 2000b).

 

2.4 Übersicht über die häufigsten bestrahlten Tumore in der Maulhöhle


Die häufigsten Tumore in der Maulhöhle der Hunde sind orale maligne Melanome,
Plattenepithelkarzinome und Sarkome (v.a. Fibrosarkome). Bei den Katzen dominieren
Plattenepithelkarzinome mit 70 % aller Maulhöhlentumore (KLEIN, 2010), gefolgt von
Fibrosarkomen, Osteosarkomen und oralen malignen Melanomen. Zu finden sind die Tumore
in der Maulhöhle v.a. in der Gingiva, den Zahnalveolen, den Tonsillen, den Lefzen, der
Backenschleimhaut, dem Gaumen und der Zunge (LIPTAK u. WITHROW, 2007; NOLTE u.
NOLTE, 2000e; WHITE, 1998b).


2.4.1 Orale maligne Melanome (OMM)


Das orale maligne Melanom ist ein sehr bösartiger, aggressiver Tumor der Pigmentzellen
(Melanozyten) der Basalschicht der Epidermis oder des Gingivaepithels, mit der Tendenz
lokal invasiv zu wachsen und frühzeitig lymphogen und hämatogen v.a. in die regionalen
Lymphknoten und die Lunge zu metastasieren (KESSLER, 1999e; WHITE, 1998b).

Innerhalb der Hunde stellen OMM mit 30-40 % aller oraler Tumore, die häufigste Neoplasie
der Maulhöhlenschleimhaut dar (CRONIN, 2006a).
Studien haben ergeben, dass v.a. ältere Tiere, mit einem Durchschnittsalter von elf Jahren,
Rassen wie Dackel, Cocker Spaniel und Pudel und vermehrt Rüden betroffen sind.
Makroskopisch zeigen sich 2/3 der Tumore pigmentiert, 1/3 pigmentlos oder – arm, mit einer
fleischigen, häufig ulzerierten und nekrotischen Oberfläche.
Durch ihr hochmalignes Verhalten sind eine gründliche Untersuchung des Patienten und eine
Stadieneinteilung, nach dem Schema der WHO entscheidend für die Therapiewahl. So ist z.B.
chirurgisch gesehen, durch die meistens schon vorhandene Infiltration des Kieferknochens
oder Periosts, eine Resektion des betroffenen Kiefersegments
(Mandibulektomie/Maxillektomie) nötig. Grundsätzlich sind OMM wenig strahlensensitiv,
aber durch die Anwendung hoher Einzeldosen (Hypofraktionierung) kann eine lokale
Tumorkontrolle erreicht werden (KESSLER, 1999e; NOLTE u. NOLTE, 2000e).

Die besten Erfolge erzielt man mit einer lokalen Therapie durch eine chirurgische
Zytoreduktion mit anschließender Radiotherapie und einer systemischen Chemotherapie mit
Cisplatin oder Carboplatin (CRONIN, 2006b; KESSLER, 1999e).
Trotz Therapie kann die Metastasenbildung, durch das sehr aggressive Verhalten, in vielen
Fällen nicht verhindert werden, was prognostisch zu einer schlechten Langzeitüberlebensrate
führt (LIPTAK u. WITHROW, 2007; NOLTE u. NOLTE, 2000e).
Katzen sind im Gegensatz zu Hunden eher selten betroffen. Prädisponiert sind auch wieder
ältere Tiere. Grundsätzlich verhält sich das OMM vom klinischen Erscheinungsbild und
biologischen Verhalten her wie beim Hund (KESSLER, 1999e; LIPTAK u. WITHROW,
2007).

 

2.4.2 Plattenepithelkarzinome (Squamous Cell Carcinoma, SCC)


Auch die SCC gehören zu den häufigsten Maulhöhlentumoren bei Hunden und Katzen. Es
handelt sich um epitheliale Neoplasien, die aus den Plattenepithelzellen der Epidermis
entstehen und die darunter liegende Dermis und Subkutis infiltrieren. Man kann zwischen
einer produktiven Form mit papillärem, blumenkohlartigem Wachstum und einer erosiven
Form mit flachem Ulkus und erhöhtem Rand unterscheiden. Am häufigsten findet man sie an
der Gingiva und den Zahnalveolen, sowie an den Tonsillen und der Zunge. Wobei die beiden
letztgenannten Lokalisationen ein viel aggressiveres Verhalten mit einer sehr hohen
Metastasierungsneigung zeigen und daher eine schlechtere Prognose aufweisen
(KESSLER, 1999e; WHITE, 1998b).
Bei den Hunden stellen sie nach den OMM mit 17-25 % die zweithäufigsten malignen
Tumore der Maulhöhle dar (COYLE u. GARRETT, 2009b; CRONIN, 2006a). Es sind v.a.
Tiere mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren betroffen, wobei es keine Rassen- und
Geschlechtsprädispositionen gibt. Klinisch gesehen zeigt sich das gingivale SCC meist an der
rostralen Mandibula mit einer roten, stets ulzerierten, erhabenen bis blumenkohlartigen

Oberfläche und häufig durch Invasion des Kieferknochens auch mit Zahnlockerung und
Zahnverlust (KESSLER, 1999e; NOLTE u. NOLTE, 2000e).
Therapie der Wahl ist eine radikale chirurgische Therapie mit einer Kieferresektion, um eine
Rezidivbildung zu vermeiden. Da sie aber sowohl zu den strahlensensitiven Tumoren
gehören, als auch auf Chemotherapeutika wie Cisplatin oder Doxorubicin ansprechen, wird
gerade bei inoperablen Fällen bzw. unvollständigen Resektionen eine Kombinationstherapie
empfohlen (KESSLER, 1999e).
Linguale SCC machen die Hälfte aller lingualen Tumore bei Hunden aus und treten v.a. mit
einem Durchschnittsalter von 9,5 Jahren auf. Da sie aber ein sehr aggressives biologisches
Verhalten mit Invasion und Metastasierung zeigen, treten trotz radikaler chirurgischer
Therapie und adjuvanter Bestrahlung schnell Rezidive auf. Auch tonsilläre SCC, die vermehrt
bei männlichen Hunden mit einem Durchschnittsalter von zehn Jahren entstehen, zeigen
dieses sehr aggressive biologische Verhalten, wodurch auch hier die Prognose trotz Therapie
schlecht ist (KESSLER, 1999e; WHITE, 1998b).

Bei Katzen ist das SCC mit 70 % der dominierende Tumor der Maulhöhle (KLEIN, 2010)
und tritt wie beim Hund an der Gingiva, Zunge und an den Tonsillen auf.
Die gingivale Lokalisation kommt allerdings am häufigsten vor und dies v.a. bei Katzen
zwischen zehn und zwölf Jahren ohne Geschlechts- und Rasseprädisposition. Sie zeigen oft
klinische Symptome wie verminderte Futteraufnahme, Dysphagie, starken Mundgeruch,
vermehrten Speichelfluss, Schleimhautulzerationen und Nekrosen, sowie Zahnlockerung und
Zahnverlust durch infiltratives Wachstum in den betroffenen Kieferknochen. Durch das stark
invasive Wachstum, die hohe Rezidivneigung und das zum Zeitpunkt der Diagnose meistens
schon weit fortgeschrittene und dadurch oft inoperable Stadium des Tumors, ist, unabhängig
von der Therapie, die Prognose sehr schlecht. Eine Möglichkeit, die Lebensqualität zu
verbessern, wäre eine palliative Therapie mit chirurgischer Teilresektion des Tumors und
adjuvanter Bestrahlung des OP Feldes und der regionalen Lymphknoten. Auch tonsilläre und
linguale SCC weisen eine sehr schlechte Prognose auf, da sie aufgrund des oft schon sehr weit
fortgeschrittenen Erkrankungsstadiums und der Lokalisation oft inoperabel sind und schlecht
auf Bestrahlung und Chemotherapie ansprechen. (KESSLER, 1999e; NOLTE u. NOLTE,
2000e).

 

2.4.3 Orale Fibrosarkome (orale FSA)


FSA zählen zu den mesenchymalen Tumoren und bilden eine charakteristische stark
vaskularisierte Pseudokapsel aus, die durch druckatrophiertes umliegendes Gewebe gebildet
wird. Sie treten häufig an der bukkalen und labialen Schleimhaut, am Gaumen und an der
Gingiva auf. Generell neigen orale FSA selten zur Metastasierung, jedoch zu stark
infiltrativem Wachstum und hoher Rezidivbildung. Therapie der Wahl ist auch hier eine
radikale chirurgische Exzision, da sie auf Strahlen- und Chemotherapie allein eher schlecht
ansprechen (KESSLER, 1999d; NOLTE u. NOLTE, 2000e). Wegen der starken
Rezidivneigung wird oft eine Kombinationstherapie mit einer Bestrahlung empfohlen
(COYLE et al.; 2009).
Diese bösartigen Tumore, ausgehend von den Fibrozyten, kommen bei den Hunden v.a. bei
größeren und mittleren Rassen, mit einem Durchschnittalter von sieben Jahren, sowie
vermehrt bei männlichen Tieren vor (KESSLER, 1999d; LIPTAK u. WITHROW, 2007;
WHITE, 1998b) und machen ca. 8-25 % aller oraler Tumore aus (COYLE et al., 2009).

Eine Lokalisationsprädisposition besteht für den harten Gaumen und die gingivale Mukosa im
Bereich zwischen Caninus und Prämolaren. Die Zubildungen sind knotig-derb, nicht
ulzerierend, eventuell brüchig und nekrotisch und können in den benachbarten Knochen
eindringen. Weniger als 25 % bilden Metastasen in die regionalen Lymphknoten und in die
Lunge. Da sie aber ein sehr stark invasives und destruktives Wachstum, sowie eine hohe
Rezidivneigung zeigen, ist eine radikale chirurgische Operation (Mandibulektomie/
Maxillektomie) zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit adjuvanter Bestrahlungstherapie
anzuraten (KESSLER, 1999e; WHITE, 1998b).
Bei den Katzen gehören die FSA hinter den SCC zu den häufigsten Tumoren der Maulhöhle
und machen ca. 15 % aller Maulhöhlentumore aus (CRONIN, 2006a). Sie zeigen sich v.a. bei
älteren Tieren an der Gingiva und selten auch am harten und weichen Gaumen, wobei diese
Katzen mit klinischen Symptomen wie Zahnlockerung, Salivation und Foetor ex ore
vorgestellt werden. Das biologisches Verhalten, sowie die Therapieempfehlung, entspricht
weitgehend dem der Hunde (CRONIN, 2006a; KESSLER, 1999e; NOLTE u. NOLTE,
2000e).

 

2.4.4 Osteosarkome (OSA)


OSA sind die am häufigsten vorkommenden malignen Primärtumore des Knochens und
machen beim Hund sowie bei der Katze über 80 % aller Knochentumore aus. Es gibt sowohl
osteolytische, osteoproliferative, als auch gemischte Formen, wobei alle OSA des Schädels
eine geringe Neigung zur Metastasierung aufweisen (KESSLER, 1999f; NAGEL, 1999;
NOLTE u. NOLTE, 2000f).
OSA im Bereich des Kiefers treten v.a. bei Hunden <15 kg auf, mit einer Lokalisations�prädisposition an der Mandibula und Maxilla. Dabei sind gerade bei OSA der Maxilla
vermehrt weibliche Tiere mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren betroffen.
Sie werden meistens vorgestellt aufgrund von Deformationen des Gesichtsschädels,
Exophthalmus, Schmerzen beim Öffnen des Mauls und Dysphagie. Als Therapie wird eine
radikale Exzision (Mandibulektomie/Maxillektomie) mit adjuvanter Chemotherapie
(Carboplatin, Doxorubicin, Cisplatin) empfohlen. Da OSA weitgehend strahlenresistent sind,
wird eine Strahlentherapie im Grunde nur für eine palliative Schmerztherapie bei inoperablen
Fällen eingesetzt. Bei frühzeitigem Therapiebeginn haben OSA eine durchaus günstige
Prognose (McGLENNON, 1998; NAGEL, 1999).

Bei den Katzen werden überwiegend ältere Tiere zwischen 8,5 und zehn Jahren, jedes
Geschlechts und jeder Rasse aufgrund von Zahnproblemen, Deformationen des Schädels,
ulzerativen Veränderungen in der Maulhöhle und Exophthalmus vorgestellt. Eine
Lokalisationsprädisposition besteht v.a. für den Oberkiefer. Wie beim Hund ist die Therapie
der Wahl eine radikale Chirurgie mit adjuvanter Chemotherapie (Doxorubicin) (KESSLER,
1999f).


2.4.5 weitere Tumore


Neben diesen sehr häufigen Tumoren der Maulhöhle gibt es noch viele weitere, die jedoch
seltener auftreten. Im Folgenden wird kurz auf die Neoplasien eingegangen, die in dieser
Studie einer Strahlentherapie unterzogen wurden.

Bei den Plasmozytomen, die auch als multiple Myeloma bezeichnet werden, handelt es sich
um Tumore der Plasmazellen oder ihren Vorstufen und gehören somit zu den B-Zell�Lymphomen. Im Kopfbereich treten sie v.a an der Maulschleimhaut, den Lefzen und den
Ohren, als solitäre, rötliche, erhabene Knoten mit einer glatten, manchmal ulzerierten
Oberfläche und einem Durchmesser von < 2cm auf. Bei den Hunden sind häufig Tiere mit
einem Durchschnittsalter von zehn Jahren betroffen, sowie Rassen wie Boxer, Cocker
Spaniel, Terrier, Schäferhunde und Schnauzer. Bei Katzen findet man Plasmozytome sehr
selten.
Grundsätzlich handelt es sich bei Plasmozytomen meist um benigne Tumoren, die mit einer
chirurgischen Exzision oft heilbar sind. Bei nicht resezierbaren Tumoren, Rezidiven oder
Metastasen hingegen, sollte man die Tiere mit Chemotherapeutika (Melphalan + Prednisolon)
behandeln und eventuell zur schnelleren Schmerzlinderung zusätzlich eine
Bestrahlungstherapie durchführen (KESSLER, 1999d; VAIL, 2007).
Ameloblastome gehören zu den odontogenen Tumoren und entwickeln sich aus den
Zahnanlagen. Sie treten v.a. bei Hunden zwischen drei und 13 Jahren auf. Generell gelten sie
als benigne und metastasieren nicht, aber verhalten sich dennoch lokal invasiv und destruktiv,
wodurch der Knochen stets mitbeteiligt ist. Sehr selten sind sie auch bei alten Katzen zu
finden. Als Therapie wird eine radikale Tumorresektion empfohlen, oder eine zytoreduktive
Operation mit adjuvanter Bestrahlung. Eine Bestrahlungstherapie alleine wäre zwar möglich,
jedoch ist dann das Risiko eines Rezidivs höher (KESSLER, 1999e; LIPTAK u. WITHROW,
2007).

Auch Odontome entstehen aus Anteilen des sich entwickelnden Zahnkeimes. Sie verhalten
sich lokal wenig invasiv, metastasieren nicht und sind oft abgekapselt. Sie treten bei Hunden
und Katzen sehr selten auf und dann aber v.a. in den caudalen Abschnitten der Mandibula und
Maxilla. Führt man eine Resektion des betroffenen Kiefersegmentes durch, ist die Prognose
durchaus als gut einzustufen (KESSLER, 1999e; NOLTE u. NOLTE, 2000e).

Selten findet man Tumore der Speicheldrüsen, sogenannte Adenokarzinome, v.a. der
Glandula parotis und mandibularis. Innerhalb der Hunde sind v.a. Cocker Spaniel mit einem
mittleren Alter von zehn Jahren betroffen und zeigen Symptome wie eine palpierbare
Umfangsvermehrung, Schmerzen, Dysphagie, Mundgeruch und Blutungen aus dem Maul.
Außerdem weisen 13 % der Patienten Metastasen in die regionalen Lymphknoten auf, sowie
10 % Lungenmetastasen. Bei den Katzen zeigen v.a. weibliche Siamkatzen im mittleren Alter
von zwölf Jahren dieses klinische Bild. Auch bei ihnen sind zum Zeitpunkt der Diagnose
bereits bei 1/3 der Patienten Lymphknotenmetastasen, sowie bei 20 % Lungenmetastasen
vorhanden. Die Therapie der Wahl ist, sowohl bei Katzen als auch bei Hunden, eine Chirurgie
mit adjuvanter Strahlentherapie und eventuell adjuvanter Chemotherapie. Wobei aber auch
eine Bestrahlung alleine eine gute lokale Tumorkontrolle und Verlängerung der
Überlebenszeit verspricht (HAMMER, 1999).
Leiomyosarkome gehören zu den Weichteilsarkomen und entwickeln sich aus Zellen der
glatten Muskulatur (BOY et. al, 2005). Sie erscheinen meist weiß, derb sowie lobuliert und
weisen ein hochaggressives Wachstum mit starker Metastasierungsneigung auf. Studien
haben ergeben, dass v.a. ältere Hunde betroffen sind, es aber keine Geschlechter- oder
Rasseprädisposition gibt. Auch bei diesen Tumoren wird als Therapie eine komplette
chirurgische Resektion empfohlen. Da sie eine mittelgradige Strahlensensitivität aufweisen,
kann bei inkompletter Entfernung mit einer adjuvanten Strahlentherapie eine lokale
Tumorkontrolle erreicht werden (NOLTE u. NOLTE, 2000g; LIPTAK u. FORREST, 2007).

 

3. Material und Methode
3.1 Patienten


In diese retrospektive Studie wurden Hunde und Katzen, die im Zeitraum von Jänner 2006 bis
Juni 2011 an der Veterinärmedizinischen Universität Wien aufgrund eines Maulhöhlentumors
bestrahlt wurden, aufgenommen.
Die gesamten Informationen über die Patienten wurden mit Hilfe des TIS
(Tierspitalinformationssystem), der Bestrahlungsaufzeichnungen und über die telefonische
Auskunft von den Tierbesitzern oder Haustierärzten erhoben.
So wurde für jeden Patienten u.a. die Nationale (Name, Spezies, Rasse, Geschlecht, Alter,
Gewicht), das Herkunftsland und der Überweisungsstatus ermittelt.

 

3.2 Krankheitsstatus


Um den Krankheitsstatus der Patienten genauer zu beschreiben, wurde zunächst ermittelt um
welche Tumorart (Orales Malignes Melanom , Fibrosarkom, Osteosarkom,
Spindelzellsarkom, Leiomyosarkom, Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom, Plasmozytom,
Odontom, Ameloblastom) es sich handelte und wo in der Maulhöhle der Tumor genau
lokalisiert war. Dabei stellte der P2 die Grenze zwischen rostral und caudal da und alles hinter
dem P2 wurde als caudal gewertet.
Zusätzlich wurde dokumentiert, ob bereits eine Beteiligung des Knochens oder der regionalen
Lymphknoten vorlag, wobei die regionale Lymphknotenmetastasierung mittels
Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB) oder Biopsie +/- Schnittbild ermittelt wurde. Hierbei
muss jedoch beachtet werden, dass die Diagnose für eine Metastasierung in die
Retropharyngeallymphknoten nur bildgebend gesichert wurde. Auch von Interesse war, ob es
sich um einen Primärtumor oder um ein Rezidiv handelte und falls Letzteres zutraf, wie oft
der Tumor schon nachgewachsen war.

 

3.3 Therapie


Alle Tiere in dieser Studie wurden mithilfe der Teletherapie behandelt. Für die Bestrahlungen
verwendete man Elektronenfelder im Energiebereich von 7-14 MeV und Photonenfelder mit
6MV, die mit Hilfe eines Linearbeschleunigers (Siemens Primus Midenergy) erzeugt wurden.
Folgende Behandlungsprotokolle kamen zum Einsatz:


1. Kurative Protokolle, bei denen die Patienten mit15-16 täglichen Einzelfraktionen, einer
    Einzeldosis von 3,2 Gray (Gy) und einer Gesamtdosis von 48-51,2 Gy behandelt wurden.
    Bei wenigen Patienten wurde die Einzeldosis auf 3,3, 3,5 oder 3,8 Gy modifiziert.
    Außerdem wurde bei einem Hund mit einem lingualen Plattenepithelkarzinom ein
    Behandlungsprotokoll mit 10 Einzelfraktionen, einer Einzeldosis von 4 Gy und einer
    Gesamtdosis von 40 Gy angewendet. Bei diesem Patienten startete man zuerst mit einem
    palliativen Protokoll, weitete dieses jedoch im Laufe der Behandlung auf ein modifiziertes
    kuratives aus.

 

2. Innerhalb der palliativen Therapie unterscheidet man zwischen Protokollen die entweder
    täglich fraktioniert oder hypofraktioniert, also ein bis zweimal pro Woche, eingesetzt
    wurden.
    Bei den täglich fraktionierten wurden die Patienten mit 4-7 Einzelfraktionen, Einzeldosen
    von 3-6 Gy und einer Gesamtdosis von 20-28 Gy behandelt.
    Die hypofraktioniert behandelten Tiere erhielten Protokolle mit 3-6 Einzelfraktionen,
    Einzeldosen von 5-8 Gy und einer Gesamtdosis von 18-36 Gy.

 

Des Weiteren wurden folgende Daten erhoben: Behandlungszeit in Tagen, Anzahl der
Einzelfraktionen, Einzel- und Gesamtdosis, Feldäquivalent, Anzahl der Zielvolumina und die
Anzahl der verwendeten Felder innerhalb der einzelnen Zielvolumina. Sowie den Einsatz von
Blöcken, Keilen oder Bolusflaps zur Modifizierung der Bestrahlung, um das Bestrahlungsfeld
besser einzugrenzen oder die Eindringtiefe zu variieren und die Tatsache, ob ein
makroskopisch sichtbarer Tumor oder ein mikroskopisches Tumorvolumen nach
chirurgischer Resektion bestrahlt wurde.

Außerdem wurde bei allen Patienten vor Beginn der Behandlung dokumentiert, ob die
Bestrahlung postoperativ oder präoperativ stattfand, oder ob der Patient bereits im Vorhinein
mit einer Radiotherapie oder mit Chemotherapeutika behandelt wurde.
Innerhalb der Tiere bei denen der Tumor vor Beginn der Bestrahlung chirurgisch entfernt
wurde, betrachtete man noch einmal gesondert die Gruppe der frisch operierten. Bei Ihnen
wurde kein sauberer Schnittrand bei der Tumorentfernung erzielt, weshalb sie unmittelbar
nach Abheilung der Operationswunde bestrahlt wurden.
Bei den Patienten die man vor, neben oder nach der Bestrahlungstherapie mit
Chemotherapeutika behandelte, wurden zusätzlich die verwendeten Medikamente
festgehalten.
Auch das Auftreten akuter Nebenwirkungen wurde durch die Informationen im TIS ermittelt
und mit Hilfe der Richtlinien der VRTOG (Veterinary Radiationtherapy Oncology Group) in
4 verschiedene Schweregrade eingeteilt.
Nach dieser Sichtweise zeigen Patienten mit einem Grad 0 keine akuten Nebenwirkungen, mit
einem Grad 1 milde Veränderungen, mit einem Grad 2 moderate Reaktionen und mit einem
Grad 3 starke akute Reaktionen (LADUE u. KLEIN, 2001).

 

3.4 Follow up


Bei den makroskopischen Tumoren wurde, soweit Informationen im TIS vorhanden waren,
der Tumorstatus nach Ende der Bestrahlungstherapie ausgewertet. Dabei hat man zwischen
Remission, Progression und keine Veränderungen in der Tumorgröße unterschieden.
Weiteres wurde die Anzahl der Tiere die bis zum letzten Update am 30.04.2012 noch am
Leben waren ermittelt, sowie die Überlebenszeit in Tagen seit Ende der Bestrahlungstherapie.
Die Patienten, bei denen diese Informationen nicht erfasst werden konnten, galten ab dem
letzten Eintrag in ihrer Krankengeschichte als „lost“.
Mit Hilfe der Kaplan-Maier Methode wurde anschließend die mediane und mittlere
Überlebenszeit bestimmt, wobei die noch Lebenden und die „Lost-Patienten“ zensiert
wurden.

Die Todesursache der bereits verstorbenen Patienten wurde in folgende Kategorien eingeteilt:
1. lokale Tumorprogression
2. lokale Tumorprogression und Bildung systemischer Metastasen
3. Bildung systemischer Metastasen
4. andere Ursache aber nicht tumorassoziiert
Diese Informationen erhielten wir auch wieder mit Hilfe des TIS und telefonischer Auskünfte
der Tierbesitzer oder zuweisenden Tierärzte.

 

3.5 Statistische Methoden


Für die statistische Auswertung stand uns die Hilfe der Plattform Biostatistik des
Departements der Biomedizinischen Wissenschaften der Veterinärmedizinischen Universität
Wien zur Verfügung, die das Statistikprogramm SPSS verwendete. Dabei wurde zur
Auswertung der gesammelten Daten die deskriptive Statistik herangezogen.
Überlebenszeitanalysen wurden mit der Kaplan-Meier Methode durchgeführt, bei der, wie
schon im Punk 3.4 erwähnt, die noch lebenden und „lost“ gegangenen Patienten zensiert
wurden.
Außerdem wurde mit dem Log Rank Test getestet, wie sich die Überlebenszeiten hinsichtlich
Art der Behandlung, Tumorart, Tumorlokalisation, Knochenbeteiligung und Beteiligung der
regionalen Lymphknoten voneinander unterschieden.

 

4. Ergebnisse


In diese Studie wurden insgesamt 63 Tiere eingeschlossen, die im Zeitraum von Jänner 2006
bis Juni 2011 einer Bestrahlungstherapie aufgrund eines Maulhöhlentumors an der
Veterinärmedizinischen Universität Wien unterzogen wurden. Von diesen Patienten waren
82,5 % tierärztlich zugewiesen und 74,6 % stammten aus Österreich. Die restlichen Tiere
kamen aus Italien (15,9 %), der Schweiz (4,8 %), Tschechien (1,6 %), Russland (1,6 %) und
der Slowakei (1,6 %).

 

4.1 Nationale
4.1.1 Spezies und Rasse


Bei 45 der 63 Tiere (71,4 %) handelte es sich um Hunde und bei 18 Tieren (28,6 %) um
Katzen.
Bei den Hunden waren am häufigsten Mischlinge mit elf Patienten (24,4 %) und Labradore
mit vier Patienten (8,8 %) vertreten. Weiters kamen die Rassen Beagle, Briard, Deutscher
Schäferhund, Golden Retriever, Husky und Rhodesian Ridgeback mit je zwei Patienten
(4,4 %) vor. Die restlichen Hunde (40,4 %) teilten sich auf weitere 18 Rassen auf.
Bei den 18 Katzen dominierte die Europäische Hauskatze (EHK) mit elf Patienten (61,1 %),
gefolgt von Siam Katzen mit drei Vertretern (16,7 %). Die restlichen Tiere (22,2 %) teilten
sich auf weitere vier Rassen mit je einem Vertreter (5,55 %) auf.


4.1.2 Geschlecht


Insgesamt waren in dieser Studie 30 Tiere (47,6 %) weiblich und 33 Tiere (52,4 %) männlich.
Schaut man sich die Geschlechterverteilung speziesbezogen an, waren die männlichen Hunde
mit 48,9 % und die weiblichen Hunde mit 51,1 % vertreten, wobei zehn männliche Hunde
(45,5 %) und 13 weibliche Hunde (56,5 %) kastriert waren.
Bei den Katzen dominierten die männlichen Tiere mit 61,1 %. Alle 18 Katzen, egal ob
männlich oder weiblich, waren kastriert.

 

4.1.3 Alter


Die insgesamt 63 Tiere waren durchschnittlich 9,5 Jahre alt, wobei das jüngste Tier sieben
Monate und das älteste Tier 17 Jahre alt war.
Das durchschnittliche Alter der Hunde lag bei 9,0 Jahren mit einer Spanne von sieben
Monaten bis 17 Jahren und das der Katzen bei 10,9 Jahren, mit einer Spanne von 4-17 Jahren.


4.2 Erkrankung
4.2.1. Tumorart


In der Maulhöhle waren bei den 45 Hunden und 18 Katzen zehn verschiedene Tumortypen zu
finden (Tabelle 2)

 

 

4.2.2. Tumorlokalisation


Die räumliche Unterteilung der Maulhöhle erfolgte in rostral und caudal, wobei hier der P2
die Grenze darstellte und alles hinter dem P2 als caudal gewertet wurde.
Bei den Hunden lagen etwas mehr als zwei Drittel (68,9 %) der Tumore in der caudalen
Maulhöhle und auch bei den Katzen dominierte diese Tumorlokalisation mit 61,1 %.


4.2.3. Knocheninvasivität


Von den insgesamt 45 Hunden zeigten 31 Tiere (68,9 %) eine Knochenbeteiligung und bei
den 18 Katzen waren es zwölf Tiere (66,7 %).
Betrachtet man zusätzlich die Lokalisation des Tumors, befand sich dieser bei 27 der
insgesamt 43 Tieren mit Knochenveränderungen (62,8 %) im caudalen und bei 16 Tieren
(37,2 %) im rostralen Bereich der Maulhöhle.
Von den verschiedenen Tumorarten dominierten, bei beiden Spezies gesamt betrachtet, mit 15
Vertretern (34,9 %) das FSA, gefolgt vom SCC mit zehn Patienten (23,3 %), dem OMM mit
sechs Patienten (13,9 %) und dem OSA mit vier Vertretern (9,3 %). Die restlichen acht
Patienten (18,6 %) erkrankten an einem Ameloblastom, Odontom, Adenokarzinom,
Leiomyosarkom oder Spindelzellsarkom.

 

4.2.4 Regionale Lymphknotenmetastasen


Bei der Untersuchung der regionalen Lymphknoten waren bei 23 von 45 Hunden (51,1 %)
und bei fünf von 18 Katzen (27,8 %) bereits regionale Lymphknotenmetastasen festzustellen
(Tabelle 3).

 

 

Schaut man sich bei den 23 Hunden die Lymphknotenbeteiligung innerhalb der einzelnen
Tumortypen an, dominierten mit zehn Patienten (43,5 %) die OMM, gefolgt von acht Hunden
(34,8 %) mit FSA, zwei Hunden (8,7 %) mit SCC und je einem Hund (4,3 %) mit einem
Adenokarzinom, OSA und Plasmozytom (Tabelle 4).

 

 

Von den insgesamt fünf Katzen mit regionaler Lymphknotenmetastasierung waren drei Tiere
(60 %) an einem SCC erkrankt und je ein Tier an einem Adenokarzinom oder Plasmozytom.
Innerhalb der SCC und Plasmozytom Patienten, waren entweder beide oder nur ein
Mandibularlymphknoten betroffen. Die Katze mit dem Adenokarzinom hingegen zeigte eine
Beteiligung des Mandibularlymphknotens und des Retropharyngeallymphknotens einer Seite.


4.2.5 Rezidiv


Neunundzwanzig der 45 Hunde (64,4 %) wurden mit einem Ersttumor vorgestellt. Die
anderen 16 Tiere (35,6 %) kamen bereits aufgrund eines Rezidivs, wobei acht Tiere (50 %)
ein erstes Rezidiv aufwiesen, sechs Tiere (37,5 %) ein Zweites und je ein Tier (6,25 %) ein
Drittes oder Viertes.
Bei den 18 Katzen kamen 17 Tiere (94,4 %) für eine Bestrahlungstherapie des Ersttumors und
nur eine Katze aufgrund eines Rezidivs.

 

4.3. Kombinationstherapien


Viele der in dieser Studie betrachteten Tiere wurden nicht nur einer Bestrahlungstherapie
unterzogen, sondern erhielten auch Kombinationstherapien, wie eine chirurgische
Tumorresektion oder eine Chemotherapie, vor, nach oder auch während des
Behandlungszeitraums der Radiotherapie.


4.3.1. Chirurgische Tumorresektion


Bei 35/45 Hunden (77,8 %) wurde bereits vor Beginn der Bestrahlungstherapie eine
chirurgische Tumorresektion vorgenommen. Bei 24 dieser 35 Tiere (68,6 %) konnte jedoch
kein sauberer Schnittrand erzielt werden, weshalb sie unmittelbar nach Abheilung der OP�Wunde bestrahlt wurden. Die restlichen 11/35 Hunde (31,4 %) kamen zu einem späteren
Zeitpunkt zur Bestrahlungstherapie, aufgrund der Bildung eines Rezidivs.

Bei 2/45 Hunden (4,4 %) entschied man sich für eine präoperative Bestrahlungstherapie vor
einer chirurgischen Behandlung, um eine Verkleinerung des Tumors zu erreichen und so eine
Operation zu erleichtern oder auch erst zu ermöglichen.
Von den 18 Katzen wurden fünf Tiere (27,8 %) nach einer chirurgischen Tumorentfernung
einer Strahlentherapie unterzogen. Vier dieser Tiere (80 %) erhielten diese wieder unmittelbar
nach Resektion des Tumors und Abheilung der OP-Wunde.


4.3.2. Chemotherapie


Neben der Chirurgie kann die Bestrahlungstherapie auch mit einer Chemotherapie kombiniert
werden. Dies ist v.a. bei Tumoren mit einer hohen Metastasierungsneigung indiziert oder
adjuvant zur lokalen Unterstützung der Radiotherapie.
In unserer Studie wurden 19/45 Hunde (42,2 %) und 10/18 Katzen (55,6 %) adjuvant mit
Chemotherapeutika behandelt. Elf der 19 Hunde (57,9 %) und eine der zehn Katzen (10 %)
erhielten diese bereits vor Beginn der Bestrahlungstherapie, acht Hunde (42,1 %) und sechs
Katzen (60 %) auch während des Behandlungszeitraumes der Radiotherapie und elf Hunde
(57,9 %) sowie neun Katzen (50 %) erst im Anschluss.
Wobei hier berücksichtigt werden muss, dass 16 der 29 Tiere (55,2 %) einer Chemotherapie
zum Teil vor und neben, vor und nach, neben und nach oder vor, neben und nach der
Bestrahlung unterzogen wurden.

Als Chemotherapeutika wurden bei den Hunden Carboplatin (52,6 %), Doxorubicin (21,1 %)
und Kombinationsprotokolle mit u.a. Cyclophosphamid verwendet.
Die insgesamt zehn Katzen wurden adjuvant mit Carboplatin, Doxorubicin oder Melphalan
behandelt, wobei Carboplatin mit 60 % dominierte (Tabelle 5).

 

 

4.4. Bestrahlungstherapie


Der  Primärtumor  wurde  bei  18/45  Hunden  (40  %)  kurativ  und  bei  27/45  Hunden  (60  %)
palliativ oder hypofraktioniert behandelt, sowie bei 100 % der Katzen palliativ.
Dabei  wurde  bei  21/  45  Hunden  (46,7  %)  und  14/18  Katzen  (77,8  %)  ein  makroskopisch
sichtbarer  Tumor  bestrahlt  und  bei  den  restlichen  24  Hunden  (53,3  %)  und  vier  Katzen
(22,2 %) ein mikroskopisches Tumorvolumen. Diese zweite Gruppe hatte schon im Vorhinein
eine chirurgische Resektion des Tumors.
Bei 8/45 Hunden (17,8 %) und 2/18 Katzen (11,1 %) wurde noch ein zweites Zielvolumen
behandelt, da betroffene regionale Lymphknoten in die Bestrahlungstherapie
miteingeschlossen wurden. Wobei dieses bei sechs Hunden (75 %) und allen Katzen (100 %)
palliativ oder hypofraktioniert bestrahlt wurde. Jedoch muss hier berücksichtigt werden, dass
es sich bei fünf dieser sechs Hunde um Patienten mit einem Oralen malignen Melanom
handelte, bei denen die regionalen Lymphknoten, aufgrund der sehr hohen
Metastasierungsneigung, immer prophylaktisch mitbestrahlt werden. Deshalb wurden auch
bei den restlichen sieben der zwölf Hunde mit einem OMM die regionalen Lymphknoten
bestrahlt, wobei diese bereits im Zielvolumen 1 mitinkludiert waren.
Der Sechste palliativ und beide kurativ behandelten Hunde waren an einem Fibrosarkom
erkrankt. Bei den Katzen wiesen beide Tiere ein Plattenepithelkarzinom auf.
Um das Bestrahlungsfeld besser einzugrenzen oder die Eindringtiefe zu variieren, wurde bei
86,7 % der Hunde und bei 94,4 % der Katzen die Bestrahlung mit einem Block, einem Cut
out oder einem Bolus modifiziert.
Zusätzlich wurde die Anzahl der Bestrahlungsfelder für das erste Zielvolumen ermittelt,
wobei in den meisten Fällen bei einer Bestrahlung mit Elektronen ein Feld und bei einer
Therapie mit Photonen zwei Felder verwendet wurden.
In dieser Studie wurden 28/45 Hunde (62,2 %) und 14/18 Katzen (77,8 %) mit einem Feld
und 17/45 Hunde (37,8 %) sowie 4/18 Katzen (22,2 %) mit zwei opponierenden Feldern
behandelt.

 

4.4.1. Kurative Therapie


Bei den in dieser Studie behandelten Tieren wurde nur bei den Hunden und hier bei 18/45
Tieren (40 %), ein kuratives Bestrahlungsprotokoll verwendet.
Der Primärtumor wurde dabei bei zehn Hunden (55,6 %) mit Elektronen bestrahlt, wobei bei
acht Tieren 14 Megaelektronenvolt (MeV) und bei zwei Tieren 12 MeV verwendet wurden.
Die restlichen acht Hunde (44,4 %) wurden mit 6 Megavolt (MV) Photonen bestrahlt.

In dieser kurativ behandelten Gruppe der Hunde lag die mittlere Fraktionszahl bei 15
Einheiten, die mittlere Fraktionsdosis bei 3,3 Gy und die mittlere Gesamtdosis bei 49,2 Gy.
Es wurden Protokolle mit 10 bis 16 Einzelfraktionen zu je 3,2 bis 4 Gy mit einer Gesamtdosis
von 40 bis 53 Gy verwendet.
4.4.2. Palliative Therapie
60 % der Hunde und 100 % der Katzen wurden aufgrund des Maulhöhlentumors palliativ,
beziehungsweise hypofraktioniert behandelt.
Dabei verwendete man bei 59,3 % der Hunde Elektronen mit einer minimalen Stärke von
8 MeV und einer maximalen Stärke von 14 MeV und bei 72,2 % der Katzen Elektronen mit
einer Energiespanne von 7 bis 14 MeV.
Die restlichen 40,7 % der Hunde und 27,8 % der Katzen wurden mit 6 MV Photonen
behandelt (Abb.1 und Abb.2).

 

 

Die 27 palliativ behandelten Hunde wurden noch einmal getrennt betrachtet hinsichtlich der
Tatsache, ob sie täglich oder hypofraktioniert bestrahlt wurden.
Insgesamt  erhielten  10/27  Tiere  (37  %)  eine  tägliche  Bestrahlung  mit  einer  mittleren
Fraktionszahl  von  5,3  Einheiten,  einer  mittleren  Fraktionsdosis  von  4,1  Gy  und  einer
mittleren Gesamtdosis von 21,5 Gy. Dabei wurden Protokolle mit 5 bis 7 Einzelfraktionen zu
je 3 bis maximal 5 Gy und einer Gesamtdosis von 20 bis 25 Gy verwendet.
Die  restlichen  17/27  Tiere  (63  %)  wurden  hypofraktioniert  behandelt  mit  einer  mittleren
Fraktionszahl  von  5,4  Einheiten,  einer  mittleren  Fraktionsdosis  von  6,1  Gy  und  einer
mittleren Gesamtdosis von 32,6 Gy. Bei ihnen kamen Protokolle mit 3 bis 6 Einzelfraktionen
zu je 5 bis maximal 8 Gy und einer Gesamtdosis von minimal 18 bis maximal 36 Gy zum
Einsatz.
Die mittlere Fraktionszahl der Katzen lag bei 5,3 Einheiten, die mittlere Fraktionsdosis bei
4,2 Gy und die mittlere Gesamtdosis bei 22,4 Gy. Bei Ihnen verwendete man Protokolle mit
4  bis  7  Einzelfraktionen  zu  je  4  bis  6  Gy  und  einer  Gesamtdosis  von  minimal  20  Gy  und
maximal 28 Gy.

4.4.3 Akute Nebenwirkungen


Die    Gradeinteilung    der    Nebenwirkungen    von    Haut    und    Schleimhaut    durch    die
Bestrahlungstherapie erfolgte nach VRTOG (LADUE u. KLEIN, 2001).

 

Innerhalb der 45 Hunde zeigten sich bei 73,3 % akute Nebenwirkungen, wobei v.a. der
Grad II mit 81,8 % dominierte.
Von den 27 Hunden die einen Grad 2 aufwiesen wurden 16 Tiere (59,3 %) palliativ und elf
Tiere (40,7 %) kurativ behandelt. Wobei hier berücksichtigt werden muss, dass bei diesen
palliativ behandelten Hunden ein hypofraktioniertes Bestrahlungsprotokoll verwendet wurde.
Alle fünf Hunde mit einem Grad III wurden einem kurativen Behandlungsprotokoll
unterzogen.
Bei den Katzen wiesen nur 2/18 Katzen (11,1 %) akute Nebenwirkungen auf, wobei hier alle
Tiere palliativ behandelt wurden.

 

4.5 Tumorstatus nach Ende der Bestrahlungstherapie


Bei 15/21 Hunden, bei denen ein makroskopisch sichtbarer Tumor bestrahlt wurde, haben wir
Informationen im TIS über den Status des Tumors nach Ende der Bestrahlungstherapie.
Wobei bei elf Tieren der Tumor in Remission ging, bei drei Tieren blieb er stabil und bei
einem Patienten zeigte er eine Progression.
Bei den Katzen zeigte der Tumor bei acht Tieren eine Remission, bei zwei Tieren eine
Progression und bei einer Katze blieb er stabil. Bei den sieben restlichen Patienten gab es
keine Angaben im TIS.


4.6 Todesursache


Bis zum letzten Update am 30.4.2012 lebten von den insgesamt 63 Tieren noch zehn Tiere
(15,9 %), 53 Tiere (84,1 %) waren bereits verstorben.
Von den 45 Hunden waren noch neun Tiere (20 %) am Leben. Bei den restlichen 36 Hunden
lag die Todesursache bei 14 Patienten (38,9 %) bei einer lokalen Tumorprogression,
neun Hunde (25 %) starben aufgrund von systemischen Metastasen, drei Tiere (8,3 %) wiesen
sowohl eine lokale Tumorprogression als auch systemische Metatastasen auf und zehn
Patienten (27,8 %) starben aufgrund einer anderen Ursache, die aber nicht tumorassoziiert war
(Abbildung 3).

 

 

Bei  den  18  Katzen  waren  bereits  17  Tiere  (94,4  %)  verstorben  und  nur  mehr  ein  Tier  am
Leben.  Zwölf  Katzen  (70,6  %)  starben  an  einer  lokalen  Tumorprogression,  ein  Patient
(5,9  %)  an  systemischen  Metastasen  und  vier  Patienten  (23,5  %)  an  einer  anderen  nicht
tumorassoziierten Ursache (Abbildung 4).

 

4.7 Überlebenszeiten
Die insgesamt 63 Tiere  wiesen eine mediane und mittlere Überlebenszeit von 204 und 404
Tagen auf, mit einer Spanne von elf bis 1922 Tagen (Abbildung 5).

 

In dieser Studie wurden die Überlebenszeiten bei Hunden und Katzen hinsichtlich Faktoren
wie  Bestrahlungsart,  Tumorlokalisation,  Knochenbeteiligung,  Beteiligung  der  regionalen
Lymphknoten und Tumorart genauer betrachtet (Tabelle 7).
4.7.1 Überlebenszeiten der Hunde
Die mediane und mittlere Überlebenszeit lag bei den Hunden bei 220 und 491 Tagen nach
Ende der Bestrahlungstherapie, wobei es Überlebenszeiten von 11 bis 1922 Tagen gab.
Bei den 18 kurativ bestrahlten Hunden lebte die Hälfte dieser Tiere mehr als 412 Tage mit
einer mittleren Überlebenszeit von 777 Tagen und einer Spanne von 11 bis 1922 Tagen.
Die  27  palliativ  oder  hypofraktioniert  bestrahlten  Tiere  wiesen  eine  mediane  und  mittlere
Überlebenszeit  von  204  und  339  Tagen  auf,  mit  einer  Spanne  von  25  bis  1620  Tagen
(Abbildung 6).

 

Betrachtet    man    die    palliativ    bestrahlten    Hunde    wieder    getrennt    in    täglich    oder
hypofraktioniert  behandelt,  betrug  die  mediane  und  mittlere  Überlebenszeit  bei  den  zehn
täglich bestrahlten Tieren 174 und 219 Tage und bei der hypofraktionierten Gruppe 233 und
360 Tage.
Folgende Tabelle liefert einen Überblick über die medianen und mittleren Überlebenszeiten
bei  Hunden  hinsichtlich  der  verschiedenen  Faktoren:  Bestrahlungsart,  Tumorlokalisation,
Knocheninvasivität und regionale Lymphknotenmetastasierung.
Besonderes  Augenmerk  ist  auf  die  Tumorlokalisation  zu  richten,  da  es  hier  zwar  keine
signifikanten,  aber  auffällige  Unterschiede  in  der  mittleren  und  medianen  Überlebenszeit,
zwischen rostral und caudal in der Maulhöhle gelegenen Tumoren, gibt.

 

4.7.2 Überlebenszeiten der Katzen
Bei   den   18   rein   palliativ   bestrahlten   Katzen   zeigte   sich   eine   mediane   und   mittlere
Überlebenszeit von 140 und 211 Tagen, mit einer Spanne zwischen 12 und 710 Tagen.

 

Wie  in  Tabelle  8  ersichtlich,  wurden  auch  bei  den  Katzen  die  medianen  und  mittleren
Überlebenszeiten   bezüglich   der   Faktoren   Tumorlokalisation,   Knochenbeteiligung   und
regionale Lymphknotenmetastasierung genauer bestimmt. Es konnte jedoch kein signifikanter
Unterschied festgestellt werden.

 

4.7.3 Überlebenszeiten innerhalb der Tumorarten


Einen  Überblick  über  die  mediane  und  mittlere  Überlebenszeit  bei  den  verschiedenen
Tumorarten bei Hunden und Katzen zeigen die Tabellen 9 und 10.

 

Da  Sarkome,  OMM  und  Karzinome  bei  den  Hunden  am  häufigsten  vorkamen,  wurde  im
Weiteren speziell auf diese Tumorarten das Augenmerk gerichtet.
21/45 (46,7 %) Hunde waren an einem Sarkom erkrankt, welches sich nochmals unterteilen
lässt in 16x FSA, 1x Leiomyosarkom, 1x Spindelzellsarkom und 3x OSA. Die mediane und
mittlere Überlebenszeit betrug 228 und 422 Tage, mit einer Spanne von 11 bis 1620 Tagen.
Bei  elf  dieser  Patienten  wurde  ein  kuratives  Bestrahlungsprotokoll  verwendet,  bei  zehn  ein
palliatives. Außerdem befand sich bei 71,4 % der Tumor im caudalen Bereich der Maulhöhle
und 81 % wiesen eine Knochenbeteiligung auf, sowie 42,9 % eine Lymphknotenbeteiligung.
Die  FSA  Patienten  erreichten  eine  mediane  Überlebenszeit  von  211  Tagen,  die  Hunde  mit
einem OSA eine von 297 Tagen.
Das   OMM   war   mit   zwölf   Patienten   in   dieser   Studie   vertreten,   wobei   alle   Tiere
hypofraktioniert  behandelt  wurden.  Bei  66,7  %  der  Tiere  war  der  Tumor  im  caudalen
Maulhöhlenbereich  lokalisiert,  50  %  wiesen  eine  Knochenbeteiligung  auf  und  83,3  %  eine
Beteiligung der regionalen Lymphknoten. Die mediane Überlebenszeit betrug 220 Tage und
die mittlere Überlebenszeit 289 Tage.
Innerhalb der Karzinome wurden v.a. die sechs Hunde mit einem SCC betrachtet, welche eine
mediane und mittlere Überlebenszeit von 174 und 566 Tagen erreichten, mit einer Spanne von
95 bis1424 Tagen. Wobei hier berücksichtigt werden muss, dass vier der sechs Tiere (66,7 %)
ein  palliatives  und  zwei  der  sechs  Tiere  (33,3  %)  ein  kuratives  Behandlungsprotokoll
erhielten.  Außerdem   wiesen  zwei  der  vier  palliativ  behandelten  Hunde  ein  tonsilläres
Plattenepithelkarzinom    mit    bereits    vorhandener    Metastasierung    in    die    regionalen
Lymphknoten   auf.   Bei   allen   sechs   Hunden   befand   sich   der   Tumor   im   caudalen
Maulhöhlenbereich,   wobei   bei   50   %   eine   Knochenbeteiligung   und    bei   33,3   %   eine
Lymphknotenbeteiligung vorlag.
Beide  kurativ  behandelten  Patienten  lebten  beim  letzten  Update  noch  immer  mit  einer
bisherigen Überlebenszeit von 461 bzw. 1424 Tagen.

 

Die dominierenden Tumore der Katzen waren das SCC und das FSA.
Alle  elf  Katzen  mit  einem  SCC  wurden  palliativ  bestrahlt  und  wiesen  eine  mediane  und
mittlere Überlebenszeit von 86 und 141 Tagen auf, mit einer Spanne von 12 bis 477 Tagen.
Bei acht Tieren (72,7 %) befand sich der Tumor im caudalen Bereich der Maulhöhle, 63,6 %
wiesen  eine  Knochenbeteiligung  auf  und  bei  27,3  %  waren  die  regionalen  Lymphknoten
mitbetroffen.
Bei den drei Katzen mit einem FSA starb die Früheste nach 140 Tagen und die Letzte nach
293  Tagen.  Die  mediane  und  mittlere  Überlebenszeit  betrug  181  und  205  Tage.  Alle  drei
Katzen  wurden  palliativ  bestrahlt  und  wiesen  eine  Knochenbeteiligung  auf,  jedoch  keine
Beteiligung der regionalen Lymphknoten. Außerdem befand sich der Tumor bei 2/3 der Tiere
im rostralen Maulhöhlenbereich.

5. Diskussion


Tumore in der Maulhöhle stellen bei Hunden mit 6 % und bei Katzen mit 3 % aller Tumore
eine sehr häufige Primärlokalisation dar, da die Oberfläche der Maulhöhlenschleimhaut einer
Vielzahl karzinogener Faktoren ausgesetzt ist (CRONIN, 2006a; KESSLER, 1999e).
Leider  werden  sie  häufig  erst  in  einem  weit  fortgeschrittenem  Stadium  diagnostiziert,
wodurch eine chirurgische Behandlung als alleinige therapeutische Maßnahme oft nicht mehr
möglich  ist.  In  diesen  Fällen  ist  eine  adjuvante  Kombinationstherapie,  am  häufigsten  eine
Strahlentherapie, indiziert.
In   dieser   Studie   wurden   alle   Hunde   und   Katzen,   die   an   der   Veterinärmedizinischen
Universität Wien im Zeitraum Jänner 2006 bis Juni 2011 aufgrund eines Maulhöhlentumors
bestrahlt    wurden,    retrospektiv    ausgewertet    mit    dem    Ziel    herauszufinden,    ob    die
Bestrahlungstherapie bei oralen Tumoren bei Hunden und Katzen die lokale Tumorkontrolle
verbessern kann.
In Österreich ist die Veterinärmedizinische Universität Wien derzeit die einzige Institution die
über  einen  Linearbeschleuniger  verfügt.  In  dieser  Studie  wurden  von  insgesamt  63  Tieren
82,5  %  tierärztlich  zugewiesen,  wobei  die  Mehrheit  (74,6  %)  der  Patienten  aus  Österreich
stammte.  Die  ausländischen  Patienten  kamen  v.a.  aus  Italien  (15.9  %)  und  der  Schweiz
(4,8 %). Da jedoch in diesen Ländern auch immer mehr Bestrahlungszentren eröffnen, wird
dieser Anteil in Zukunft wahrscheinlich kleiner werden. Unsere Auswertung ergab, dass der
letzte  italienische  Patient,  der  aufgrund  eines  Maulhöhlentumors  in  Wien  bestrahlt  wurde,
2008 überwiesen wurde.
Betrachtet man die Verteilung der Tiere speziesbezogen fällt auf, dass mit 71,4 % mehr als
doppelt so viele Hunde bestrahlt wurden wie Katzen. Dies deckt sich mit diversen Studien,
die  auch  von  einer  2,6  mal  höheren  Wahrscheinlichkeit  der  Hunde,  an  oralen  Tumoren  zu
erkranken, berichten (LIPTAK u. WITHROW, 2007; KESSLER, 1999e).
In  unserer  Studie  waren  Mischlinge  mit  24,4  %  und  Rassehunde  mit  75,6  %  in  der
Patientenpopulation  vertreten.  Innerhalb  der  Rassehunde  dominierten  die  Labradore  mit
einem Gesamtanteil von 8,8 %. Grundsätzlich können orale Tumore jedoch bei jeder Rasse
vorkommen, wobei es je nach Tumorart leichte Rasseprädispositionen gibt. So kommen laut
Literatur Plattenepithelkarzinome und Fibrosarkome eher bei großen Hunderassen vor, Orale
maligne Melanome hingegen bei Dackel, Pudel Cocker und Spaniel (COYLE u. GARRETT.,
2009b; Kessler, 1999e).
Bei    den    Katzen    geht    Kessler    (1999)    davon    aus,    dass    es    grundsätzlich    keine
Rasseprädispositionen  gibt.  Auch  in  unserer  Studie  überwogen  gewöhnliche  europäische
Hauskatzen  (61,1  %).  Bei  den  Rassekatzen  waren  Siamkatzen  mit  16,7  %  am  häufigsten
vertreten.
In   den   meisten   älteren   Studien   (CRONIN,   2006a;   KESSLER,   1999e;   LIPTAK   u.
WITHROW,  2007)  wird  beschrieben,  dass  männliche  Hunde  prädisponiert  sind  an  einem
Maulhöhlentumor   zu   erkranken.   In   unserer   Studie   konnten   wir   keine   Geschlechts-
prädisposition  nachweisen  und  hatten  ein  ausgewogenes  Geschlechterverhältnis  mit  51,1  %
weiblicher Hunde und 48,9 % männlicher Hunde. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit einer
neueren     Studie     von     COYLE     u.     GARRETT     (2009b),     die     ebenfalls     keine
Geschlechtsprädisposition bei oralen Tumoren beobachtete.
Auch bei Katzen wird von einer gleichmäßigen Geschlechterverteilung berichtet (KESSLER,
1999e).  In  unserer  Studie  hingegen  überwog  der  männliche  Anteil  mit  61,1  %  leicht
gegenüber dem weiblichen Anteil.
Das  durchschnittliche  Alter  der  untersuchten  Tiere  lag  bei  9,5  Jahren  und  zeigt,  dass
Maulhöhlentumore   grundsätzlich   eher   eine   Erkrankung   älterer   Tiere   darstellen.   Dieses
Ergebnis   passt   zu   anderen   publizierten   Studien,   in   denen   je   nach   Tumorart   ein
Durchschnittsalter  zwischen  7-13  Jahren  berichtet  wird  (BERGMANN,  2010;  COYLE  u.
GARRETT, 2009b; KESSLER, 1999e). Jedoch darf nicht vergessen werden, dass auch immer
wieder jüngere Tiere betroffen sein können. Auch in unserer Studie lag die Alterspanne bei
den Hunden bei sieben Monaten bis 17 Jahren und bei den Katzen bei 4-17 Jahren.
Vergleicht man unsere Ergebnisse über die Häufigkeit des Auftretens der einzelnen Tumore,
stimmen die Zahlen grundsätzlich mit den Angaben in diversen Studien überein (COYLE u.
GARRETT, 2009b; CRONIN, 2006a; KLEIN, 2010).
So dominierten bei den Hunden die drei Tumorarten Orales malignes Melanom, Fibrosarkom
und  Plattenepithelkarzinom.  Wobei  bei  uns,  anders  als  in  den  oben  genannten  Studien,
nicht die Oralen malignen Melanome an erster Stelle standen, sondern die Fibrosarkome mit
35,6  %,  gefolgt  von  Oralen  malignen  Melanomen  mit  26,7  %  und  den  Plattenepithel-
karzinomen mit 13,3 %.
Laut   der   Studie   von   KLEIN   (2010),   stellt   das   Plattenepithelkarzinom   mit   70   %   den
dominierenden  Maulhöhlentumor  bei  Katzen  dar.  Dies  spiegelt  sich   auch  bei  unseren
Patienten  wieder,  bei  denen  61,1  %  an  einem  Plattenepithelkarzinom  erkrankt  waren.  An
zweiter Stelle stand bei uns, sowie auch in der Literatur (CRONIN, 2006a), das Fibrosarkom
mit einem Anteil von 16,7 %.
Auch Knocheninvasivität und regionale Lymphknotenmetastasierung sind wichtige Parameter
bei der Überlegung, wie ein Tumor am besten therapiert werden kann. Ihr Auftreten hängt im
Allgemeinen sehr stark vom Tumortyp ab.
In dieser Studie wiesen 68,9 % der Hunde und 66,7 % der Katzen eine Knochenbeteiligung
auf.  Die  dominierenden  Tumorarten  mit  einer  Knochenbeteiligung  waren  Fibrosarkome
(34,9   %),   Plattenepithelkarzinome   (23,3   %),   Orale   maligne   Melanome   (13,9   %)   und
Osteosarkome (9,3 %).
Außerdem   zeigten   bei   der   Untersuchung   bereits   51,1   %   der   Hunde   eine   regionale
Lymphknotenmetastasierung.    Bei    den    Katzen    wiesen    hingegen    nur    27,8    %    eine
Lymphknotenbeteiligung auf. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass 61,1 % der
felinen    Tumore    Plattenepithelkarzinome    waren,    welche    eine    geringe    Neigung    zur
Metastasierung aufweisen (MARRETTA et al., 2007).
Unsere Ergebnisse decken sich weitgehend mit den Angaben in der Literatur.
So sind Fibrosarkome sowohl bei Hunden als auch bei Katzen dafür bekannt, dass sie lokal
invasive Tumore sind, aber eine geringe bis moderate Tendenz zur Metastasierung aufweisen
(BERGMANN,  2010;  FRAZIER  et  al.,  2011).  Auch  in  unserer  Studie  zeigten  75  %  der
Hunde und 100 % der Katzen eine Beteiligung des Knochens. Jedoch nur 34,8 % der Hunde
und keine an einem Fibrosarkom erkrankte Katze eine regionale Lymphknotenmetastasierung.
Innerhalb  der  Hunde  mit  einem  Plattenepithelkarzinom  muss  man  die  Lokalisation  des
Tumors  berücksichtigen.  So  weisen  Plattenepithelkarzinome  der  Gingiva  durchaus  eine
Beteiligung     des     Knochens     auf,     jedoch     in     nur     5-10     %     eine     regionale
Lymphknotenmetastasierung (CRONIN, 2006a). Auch bei allen drei Hunden, die in unserer
Studie     an     einem     gingivalen     Plattenepithelkarzinom     erkrankt     waren,     war     eine
Knocheninvasivität festzustellen, aber keine regionalen Lymphknotenmetastasen.
Plattenepithelkarzinome  der  Tonsillen  metastasieren  in  der  Mehrzahl  der  Fälle  (KLEIN,
2010). Laut COYLE u. GARRETT (2009b) werden 73 % der Hunde bereits mit regionalen
Lymphknotenmetastasen   vorgestellt.   In   unserer   Studie   waren   zwei   Hunde   an   einem
tonsillären   Plattenepithelkarzinom   erkrankt.   Bei   beiden   Tieren   waren   die   regionalen
Lymphknoten betroffen, im Gegensatz zu den gingivalen Plattenepithelkarzinomen aber keine
Invasivität des Knochens festzustellen.
Wie  schon  erwähnt,  hat  das  Plattenepithelkarzinom  bei  Katzen  ein  niedriges  Potenzial  zu
metastasieren,  jedoch  zeigen  laut  einer  Studie  von  MARRETTA  et  al.  (2007)  70  %  der
betroffenen  Tiere  eine  Knochenbeteiligung.  Dies  deckt  sich  mit  den  Ergebnissen  unserer
Studie,  bei  der  bei  63,6  %  der  Katzen  eine  Knocheninvasivität  und  nur  bei  27,3  %  eine
Beteiligung der regionalen Lymphknoten festzustellen war.
Wie in einigen Studien berichtet wird, ist das Orale maligne Melanom bei Hunden ein sehr
aggressiver  Tumortyp,  der  zum  Einen  mit  85-95  %  ein  extrem  hohes  Metastasenrisiko
aufweist, aber sich zum Anderen auch lokal invasiv verhält (CRONIN, 2006a; NORTHRUP,
2008a). Auch innerhalb der zwölf Hunde in unserer Studie zeigten 91,6 % bereits regionale
Lymphknotenmetastasen und 50 % eine Beteiligung des Knochens.
Natürlich   sind   Bestrahlungstherapien,   gerade   im   Bereich   der   Maulhöhle,   auch   mit
Nebenwirkungen   verbunden,   wobei   hier   bei   kurativen   Protokollen   v.a.   die   akuten
Nebenwirkungen dominieren (MORRIS u. DOBSON, 2001c)
Auch  in  unserer  Studie  zeigte  sich  bei  den  Hunden,  dass  73,3  %  akute  Nebenwirkungen
aufwiesen,  wobei  ein  Grad  II  nach  VRTOG  (LADUE  u.  KLEIN,  2001)  mit  81,8  %
dominierte. Hier muss jedoch berücksichtigt werden, dass alle Hunde mit einem Grad II mit
aggressiven   Bestrahlungsprotokollen   therapiert   wurden.   59,3   %   dieser   Hunde   wurden
hypofraktioniert und 40,7 % kurativ behandelt.
Der Grad und die Art der Nebenwirkungen sind einerseits abhängig von der Lokalisation des
Bestrahlungsfeldes  und  andererseits  von  der  Gesamtdosis,  der  Fraktionsdosis  und  dem
Behandlungszeitraum.  Aus  diesem  Grund  lösen  aggressive  Bestrahlungsprotokolle  leichter
Nebenwirkungen aus (DOBSON, 1998b; SIMON, 2000a).
Diese Tatsache spiegelt sich auch in unserer Studie wieder. Denn im Gegensatz zum Hund
wiesen nur 11,1 % der Katzen akute Nebenwirkungen auf, die jedoch alle palliativ behandelt
wurden.
Grundsätzlich  ist  die  Therapie  der  Wahl  bei  oralen  Tumoren  immer  noch  die  chirurgische
Entfernung  (COYLE  u.  GARRETT,  2009a).  Jedoch  spielt  auch  die  Radiotherapie  bei  der
lokalen Tumorkontrolle eine sehr wichtige Rolle, gerade bei inoperablen Tumoren oder nach
einer inkompletten Tumorentfernung (NORTHRUP, 2008b).
Die Ergebnisse unserer  Studie spiegeln diese Dominanz der chirurgischen Therapie wieder,
denn  bei  77,8  %  der  Hunde  wurde  bereits  vor  Beginn  der  Bestrahlungstherapie  eine
chirurgische Tumorresektion vorgenommen. Da bei 68,6 % kein sauberer Schnittrand erzielt
werden konnte, wurden sie unmittelbar nach Abheilung der OP-Wunde bestrahlt.
Eine  präoperative  Bestrahlung,  um  eine  Verkleinerung  des  Tumors  zu  erreichen  und  eine
Operation so erst zu ermöglichen, wurde nur bei 4,4 % der Hunde durchgeführt. Dies zeigt,
dass  bei  oralen  Tumoren  eine  präoperative  Bestrahlung  im  Gegensatz  zur  postoperativen
Bestrahlung eine nur sehr geringe Rolle spielt.
Bei den Katzen erhielten nur 27,8 % eine chirurgische Tumorentfernung vor der Bestrahlung.
Dies  mag  daran  liegen,  dass  Katzen  eine  radikale  orale  chirurgische  Therapie  nicht  so  gut
vertragen wie Hunde (CRONIN, 2006b).
Laut NORTHRUP (2008) wäre z.B. eine Wegnahme von > 50% der Mandibel zu aggressiv
und würde keine normale Funktion des Mauls mehr erlauben.
Des  Weiteren  kann  man  die  Chirurgie,  als  auch  die  Bestrahlung,  mit  einer  Chemotherapie
kombinieren. Dies ist v.a. indiziert bei Tumoren mit einer hohen Metastasierungsneigung, um
neben   der   lokalen   auch   eine   systemische   Tumorkontrolle   zu   erreichen   (COYLE   u.
GARRETT, 2009a; CRONIN, 2006a). Auch in unserer Studie wurden 42,2 % der Hunde und
55,6 % der Katzen adjuvant mit Chemotherapeutika behandelt.
Die   Ergebnisse   zeigen,   dass   in   den   meisten   Fällen   eine   Kombination   von   Chirurgie,
Bestrahlung   und   Chemotherapie   benötigt   wird,   um   die   Erkrankung   längerfristig   unter
Kontrolle  zu  halten.  Welche  Kombinationen  eingesetzt  werden,  ist  jedoch  abhängig  vom
Tumortyp,  der  Lokalisation  und  der  Ausbreitung  des  Tumors  (COYLE  u.  GARRETT,
2009b).
Am  Ende  der  Studie  waren  von  den  im  Zeitraum  Jänner  2006  bis  Juni  2011  betrachteten
Hunden  bereits  80  %  verstorben,  wobei  die  Todesursache  bei  38,9  %  bei  einer  lokalen
Tumorprogression lag.
Bei den Katzen waren es bereits 94,4 % der Tiere, wobei hier berücksichtigt werden muss,
dass   alle   Katzen   nur   ein   palliatives   Behandlungsprotokoll   erhielten.   Auch   bei   ihnen
dominierte als Todesursache die lokale Tumorprogression mit 70,6 %.
Auch COYLE u. GARRETT (2009b) und KESSLER (1999e) berichteten bei nichttonsillären
Plattenepithelkarzinomen  und  Fibrosarkomen  davon,  dass  Lokalrezidive  meist  die  Ursache
für Tod bzw. Euthanasie sind. Bei tonsillären Plattenepithelkarzinomen und Oralen malignen
Melanomen hingegen dominieren als Todesursache systemische Metastasen, gefolgt von einer
lokalen Tumorprogression (COYLE u. GARRETT, 2009b)
Betrachtet  man  die  Überlebenszeiten  speziesvergleichend  fällt  zunächst  ein  signifikanter
Unterschied zwischen der medianen Überlebenszeit der Hunde (220 Tage) und der medianen
Überlebenszeit  der  Katzen  (140  Tage)  ins  Auge.  Dieses  Ergebnis  ist  jedoch  nicht  ganz
unerwartet, da alle 18 Katzen einem rein palliativen Behandlungsprotokoll unterzogen wurden
und weiters die Mehrheit der Tumore Plattenepithelkarzinome darstellten, für welche in der
Literatur eine Überlebenszeit von etwa 2-6 Monaten angeben wird  (CRONIN, 2006a). Wie
schon erwähnt, liegt hier das Ziel einer Palliation eben nicht primär bei einer Heilung oder
Verlängerung  der  Überlebenszeit,  sondern  bei  einer  Verbesserung  der  Lebensqualität  und
Linderung der Schmerzen.
Welchen  großen  Einfluss  die  Art  der  Bestrahlung  auf  die  Überlebenszeit  hat,  spiegelt  sich
auch in unserer retrospektiven Auswertung wieder. Generell wird in der Literatur beschrieben,
dass aggressive Protokolle eher zu einer längerfristigen lokalen Tumorkontrolle oder sogar zu
einer    Heilung    führen    können    (SIMON,    2000a).    Betrachtet    man    die    medianen
Überlebenszeiten  der  45  in  dieser  Studie  behandelten  Hunde,  kann  auch  hier  zwischen  den
kurativ (412 Tage) und palliativ (204 Tage) behandelten Tieren ein signifikanter Unterschied
festgestellt werden.
Die Parameter Knochenbeteiligung und regionale Lymphknotenmetastasierung sind zwar für
die Auswahl der richtigen Therapiemethode (Monotherapie oder Kombinationstherapie) und
der  Aggressivität  der  Behandlung  wichtige  Punkte,  jedoch  zeigten  sich  in  unserer  Studie
hinsichtlich medianer Überlebenszeiten keine signifikanten Unterschiede.
Betrachtet man hingegen die Lokalisation des Tumors, wiesen gerade Hunde, bei denen sich
der  Tumor  rostral  in  der  Maulhöhle  befand,  mit  einer  medianen  Überlebenszeit  von  397
Tagen  deutlich  längere  Überlebenszeiten  auf,  als  die  Tiere,  bei  denen  der  Tumor  caudal
lokalisiert war (mediane Überlebenszeit 197 Tage). Dieses Ergebnis ist zwar nicht signifikant,
deckt sich jedoch mit Angaben in älteren (KESSLER, 1999e), sowie neueren (KLEIN, 2010)
Studien. Bei diesen wird von einer besseren Prognose für rostrale Tumore berichtet, da caudal
in der Maulhöhle gelegene Tumore oft erst in einem sehr fortgeschrittenem Stadium entdeckt
werden  und  die  radikalen  chirurgischen  Möglichkeiten  in  diesen  Bereichen  eingeschränkt
sind. In einer Studie von COYLE u. GARRETT (2009a) war die Wahrscheinlichkeit an der
Krankheit zu sterben 4,3 mal höher wenn der Tumor zwischen dem Canini und dem P3 lag
und  sogar  5,1  mal  höher,  wenn  er  caudal  des  P4  lokalisiert  war.  Auch  LIPTAK  und
WITHROW  (2007)  berichten  beim  Hund  mit  einem  rostralen  Plattenepithelkarzinom  von
einer  medianen  Überlebenszeit  von  28  Monaten,  bei  caudalen  hingegen  von  nur  2-10
Monaten. In unserer Studie mag eine fehlende Signifikanz auf zu geringe Patientenzahlen in
beiden Gruppen zurückzuführen sein.
Orale maligne Melanome sind bösartige, aggressive Tumore, die ohne Behandlung nur eine
mediane   Überlebenszeit   von   65   Tagen   aufweisen   (LIPTAK   u.   WITHROW,   2007).
Grundsätzlich   ist   bei   einem   Oralen   malignen   Melanom   die   Therapie   der   Wahl   die
chirurgische   Entfernung   des   Tumors.   LIPTAK   und   WITHROW   (2007)   berichten   von
medianen Überlebenszeiten bei allein chirurgisch behandelten Tieren von 150 bis 318 Tagen.
Jedoch  kann  die  Überlebenszeit  verlängert  werden,  wenn  man  zusätzliche  Therapien  wie
Chemotherapeutika   und   Bestrahlung   in   den   Behandlungsplan   integriert   (COYLE   u.
GARRETT,  2009b;  KESSLER,  1999e).   Lange  hat  man   geglaubt,  dass  Orale  maligne
Melanome  wenig  strahlensensitiv  sind.  Behandelt  man  sie  jedoch  mit  hypofraktionierten
Protokollen  können  gute  klinische  Erfolge  und  mediane  Überlebenszeiten  von  211  bis  363
Tagen erzielt werden (KESSLER, 1999e; LIPTAK u. WITHROW, 2007).
In  unserer  Studie  wurden  alle  zwölf  Hunde  hypofraktioniert  behandelt.  Bei  75  %  wurde
zusätzlich    eine    chirurgische    Tumorentfernung    kombiniert    und    bei    33,3    %    eine
Chemotherapie.  Mit  einer  erreichten  medianen  Überlebenszeit  von  220  Tagen,  stimmen
unseren Zahlen weitgehend mit den Ergebnissen in der Literatur überein.
Da,   wie   schon   erwähnt,   Orale   maligne   Melanome   eine   sehr   große   Neigung   zur
Metastasierung aufweisen, wurden außerdem bei allen zwölf Hunden präventiv die regionalen
Lymphknoten  im  ersten  Zielvolumen  mitbestrahlt.  Auch  in  unserer  Studie  waren  zum
Zeitpunkt   der   Diagnose   bereits   bei   10/12   Hunden   regionale   Lymphknotenmetastasen
festzustellen. Dieses Ergebnis zeigt, wie wichtig es bei Oralen malignen Melanomen ist, zu
einer chirurgischen Behandlung unbedingt Radiotherapie zu kombinieren.
Bei Hunden muss man innerhalb der Plattenepithelkarzinome unbedingt die Lokalisation des
Tumors   mit   berücksichtigen,   da   tonsilläre   Plattenepithelkarzinome   im   Gegensatz   zu
gingivalen Plattenepithelkarzinomen ein viel aggressiveres biologisches Verhalten und somit
auch eine schlechtere Prognose zeigen (COYLE u. GARRETT, 2009b; CRONIN, 2006a).
Plattenepithelkarzinome der Gingiva weisen meist eine hohe Knochenbeteiligung, jedoch eine
geringe   Neigung   zur   Metastasierung   auf,   weshalb   das   Ziel   der   Therapie   die   lokale
Tumorkontrolle  ist  und  der  Tumor  entweder  mit  Chirurgie  oder  Radiotherapie  behandelt
werden kann (CRONIN, 2006a).
LIPTAK  u.  WITHROW  (2007)  berichten  von  medianen  Überlebenszeiten  von  19  bis  26
Monaten bei Hunden nach einer Mandibulektomie und von zehn bis 19 Monaten nach einer
Maxillektomie.  Werden  die  Tiere  alleine  mit  einer  Bestrahlung  therapiert,  erreichen  sie
mediane Überlebenszeiten von 15 bis 16 Monaten. Kombiniert man hingegen Radiotherapie
und Chirurgie erhöht sie sich auf bis zu 36 Monaten.
Tonsilläre  Plattenepithelkarzinome  gehören  zu  den  bösartigsten  Tumoren  beim  Hund  und
besitzen     eine     sehr     ausgeprägte     Metastasierungsneigung.     Weshalb     die     lokale
Tumorbehandlung     (Chirurgie,     Radiotherapie)     mit     einer     systemischen     Therapie
(Chemotherapie)   kombiniert   werden   sollte,   um   längere   Überlebenszeiten   zu   erreichen
(KESSLER,  1999e).  KESSLER  (1999e)  berichtete  von  Studien,  in  denen  verschiedene
Therapieformen    durchgeführt    wurden    und    bei    alleiniger    Tonsillektomie    mediane
Überlebenszeiten  von  ca.  zwei  Monaten  erreicht  wurden.  Kombinierte  man  hingegen  die
Tonsillektomie mit einer Bestrahlung stieg die mediane Überlebenszeit schon auf 109 Tage
und beim Einsatz von Tonsillektomie + Bestrahlung + Chemotherapie sogar auf 240 Tage.
Obwohl in unserer Studie 83,3 % der Hunde mit einem Plattenepithelkarzinom zusätzlich zur
Bestrahlung chirurgisch therapiert wurden, erzielten wir nur eine mediane Überlebenszeit von
174  Tagen.  Diese  wirkt  im  Vergleich  zu  den  Angaben  in  der  Literatur  sehr  wenig.  Jedoch
muss  bedacht  werden,  dass  4/6  Hunde  mit  einem  Plattenepithelkarzinom  nur  palliativ
behandelt wurden und 2/6 Hunde an einem tonsillären Plattenepithelkarzinom erkrankt waren.
Dass  die  Art  der  Behandlung  durchaus  einen  großen  Einfluss  auf  die  Überlebenszeit  hat
spiegelt sich in unserer Studie auch beim Plattenepithelkarzinom wieder, denn beide kurativ
behandelten  Hunde  lebten  beim  letzten  Update  noch  immer  und  wiesen  eine  bisherige
Überlebenszeit von 461 bzw. 1424 Tagen auf.
Eine   Behandlung   eines   Plattenepithelkarzinoms   bei   Katzen   ist   meist   sehr   frustrierend.
Mediane  Überlebenszeiten  ohne  Behandlung  liegen  bei  ungefähr  zwei  Monaten,  jedoch
würden sogar Monotherapien zu keiner Verbesserung führen (BERGMANN, 2010; KLEIN,
2010). CRONIN (2006a) berichtet in einer Studie, dass man mit einer Radiotherapie alleine,
vergleichbare  Überlebenszeiten  erzielt  wie  bei  Tieren,  die  keine  Therapie  erhielten.  Die
längsten  medianen  Überlebenszeiten  (14  Monate)  zeigen  sich,  wenn  man  eine  aggressive
Chirurgie mit einer Radiotherapie kombiniert (CRONIN, 2006a; MARRETTA et al., 2007).
Da  Katzen  jedoch,  wie  schon  erwähnt,  eine  radikale  chirurgische  Therapie  nicht  sehr  gut
vertragen, muss man die Aggressivität des Vorgehens mit der verbleibenden Lebensqualität
gut abwägen. In unserer Studie wurden alle elf Katzen mit einem Plattenepithelkarzinom rein
palliativ behandelt und wiesen deshalb auch nur eine mediane Überlebenszeit von 86 Tagen
auf.
Ziel  der  Therapie  bei  Fibrosarkomen  beim  Hund  ist  die  lokale  Tumorkontrolle,  da  sie  eine
geringe  Neigung  zu  Metastasen  haben.  Deshalb  ist  die  Therapie  der  Wahl  entweder  eine
Chirurgie  oder  eine  Radiotherapie  (CRONIN,  2006a).   LIPTAK  u.  WITHROW  (2007)
berichten von medianen Überlebenszeiten bei einer alleinigen chirurgischen Tumorentfernung
von  elf  Monaten  und  bei  Bestrahlung  als  Monotherapie  von  sieben  Monaten.  Da  jedoch
Fibrosarkome mit 45 % die höchste Rezidivrate aller oraler Tumore aufweisen (FRAZIER et
al.,  2011;  CRONIN,  2006a),  sollten  die  Tiere  unbedingt  mit  einer  Kombination  aus  einer
aggressiven    chirurgischen    Resektion    mit    adjuvanter    Bestrahlung    therapiert    werden
(KESSLER,  1999e).  Durch  diese  Kombinationstherapie  kann  laut  LIPTAK  u.  WITHROW
(2007) die mediane Überlebenszeit auf 18 bis 26 Monate verlängert werden.
In  unserer  Studie  wurde  bei  81,3  %  der  Hunde  vor  einer  Radiotherapie  eine  chirurgische
Resektion des Tumors vorgenommen. Dennoch wiesen sie nur eine mediane Überlebenszeit
von  211  Tagen  auf,  welche  deutlich  unter  den  Angaben  in  der  Literatur  liegt.  Dies  mag
vielleicht daran liegen, dass nur 9/16 Hunde ein kuratives Bestrahlungsprotokoll erhielten und
wir  keine  getrennte  Analyse  der  kurativ  bzw.  palliativ  behandelten  Hunde  vornahmen,  um
nicht zu kleine Gruppengrößen auszuwerten. Innerhalb der 7/16 Hunde mit einem palliativen
Bestrahlungsprotokoll  wurden  4/7  Tiere  täglich  fraktioniert  und  3/7  Tiere  hypofraktioniert
behandelt.
Fibrosarkome  der  Katzen  zeigen  das  gleiche  biologische  Verhalten  wie  das  der  Hunde  und
werden therapeutisch auch gleich behandelt. Jedoch besteht bei den Katzen das Problem, dass
sie   radikale   chirurgische   Exzisionen   sehr   schlecht   vertragen   und   es   durch   die   meist
inkomplette  Tumorentfernung  sehr  schnell  zu  einem  Rezidiv  kommen  wird  (NORTHRUP,
2008b).  Deshalb  empfiehlt  BERGMANN  (2010)  auch  bei  Katzen  eine  Kombination  von
Chirurgie und Bestrahlung als Therapie der Wahl. In unserer Studie waren nur 3/18 Katzen an
einem  Fibrosarkom  erkrankt.  Alle  drei  Tiere  wurden  nur  palliativ  bestrahlt,  da  die  Tumore
zum Zeitpunkt der Diagnose als inoperabel eingestuft wurden. Dies erklärt auch eine relativ
kurze mediane Überlebenszeit von 181 Tagen.

6. Zusammenfassung


Orale maligne Tumore treten bei Hunden und Katzen sehr häufig auf und machen beim Hund
6%  und  bei  der  Katze  3%  aller  Tumore  aus.  Dass  die  Maulhöhle  zu  einer  der  häufigsten
Primärlokalisationen   für   Tumore   zählt,   mag   daran   liegen,   dass   die   Oberfläche   der
Maulhöhlenschleimhaut   natürlicherweise   einer   Vielzahl   an   karzinogenen   Stoffen   und
Umwelteinflüssen ausgesetzt ist (CRONIN, 2006a; MORRIS u. DOBSON, 2001c).
Viele dieser Tumore werden erst in einem sehr späten Stadium diagnostiziert, da die meisten
Besitzer    keine    routinemäßige    Inspektion    der    Maulhöhle    vornehmen.    In    diesem
fortgeschrittenem  Stadium  kann  eine  chirurgische  Tumorresektion  häufig  nicht  mehr  als
alleinige Behandlungsmöglichkeit eingesetzt werden und muss mit einer adjuvanten Therapie
kombiniert  werden.  Da  die  dominierenden  Tumore  in  der  Maulhöhle  (Orales  malignes
Melanom, Plattenepithelkarzinom, Fibrosarkom und Osteosarkom), mit Ausnahme der Oralen
malignen Melanome, kein hohes Metastasenrisiko aufweisen und die lokale Tumorkontrolle
im Vordergrund steht, kommt hier am häufigsten die Radiotherapie zum Einsatz (DOBSON,
1998b; LIPTAK u. WITHROW, 2007).
Ziel  dieser  retrospektiven  Studie  war  es,  jene  Hunde  und  Katzen,  die  im  Zeitraum  Jänner
2006   bis   Juni   2011   an   der   Veterinärmedizinischen   Universität   Wien   aufgrund   eines
Maulhöhlentumors   bestrahlt   wurden,   auszuwerten   und   der   Frage   nachzugehen,   ob   die
Bestrahlungstherapie die lokale Tumorkontrolle verbessern kann.
Insgesamt wurden 63 Tiere, darunter 45 Hunde und 18 Katzen betrachtet. Für alle Patienten
wurden  Nationale  (Name,  Spezies,  Rasse,  Geschlecht,  Alter,  Gewicht),  Herkunftsland  und
Überweisungsstatus ermittelt. Außerdem wurden Tumorart, Tumorlokalisation, das Vorliegen
einer  Knocheninvasion,   regionale   Lymphknotenmetasten  und  Krankheitsstatus  (Rezidiv)
analysiert.
Die  Informationen  zur  Tumortherapie  setzten  sich  zusammen  aus:  Art  der  Bestrahlung,
verwendetes  Behandlungsprotokoll,  Kombinationstherapien,  Nebenwirkungen,  Tumorstatus
nach Ende der Bestrahlungstherapie, Todesursache und Überlebenszeiten.
Von den insgesamt 63 Tieren wurden 82,5 % an die Veterinärmedizinische Universität Wien
tierärztlich zugewiesen, wobei die Mehrheit der Patienten (74,6 %) aus Österreich stammte.
Es wurden mit 71,4 % mehr als doppelt so viele Hunde bestrahlt wie Katzen. Betrachtete man
die medianen Überlebenszeiten aller Tumorgruppen speziesvergleichend, ergab sich zwischen
den  Hunden  (220  Tage)  und  den  Katzen  (140  Tage)  ein  signifikanter  Unterschied.  Jedoch
muss hier berücksichtigt werden, dass alle Katzen rein palliativ behandelt wurden.
Bei beiden Spezies war mit einem durchschnittlichen Alter von 9,5 Jahren eine Prädisposition
älterer  Tiere,  an  einem  malignen  oralen  Tumor  zu  erkranken,  festzustellen.  Innerhalb  der
Hunde lag eine ausgewogene Geschlechterverteilung vor, bei den Katzen hingegen überwog
der männliche Anteil leicht mit 61,1 %.
Entgegen   den   Angaben   in   der   Literatur,   in   welchen   orale   Melanome   die   häufigste
Tumorgruppe   darstellt,   dominierten   bei   den   45   Hunden   in   dieser   Auswertung   die
Fibrosarkome  mit  35,6  %,  gefolgt  von  Oralen  malignen  Melanomen  mit  26,7  %  und  den
Plattenepithelkarzinomen    mit    13,3    %.     Bei    den    Katzen    hingegen,    stellte    das
Plattenepithelkarzinom, wie auch in der Literatur (KLEIN, 2010), mit 61,1 % den häufigsten
Tumor dar.
Innerhalb    der    Hunde    erhielten    40    %    ein    kuratives    und    60    %    ein    palliatives
Bestrahlungsprotokoll, wobei 37 % der palliativ behandelten Hunde täglich fraktioniert und
63  %  hypofraktioniert  bestrahlt  wurden.  Die  Katzen  wurden  zu  100%  mit  palliativen
Protokollen   behandelt.   Dass   die   Art   der   Bestrahlung   einen   großen   Einfluss   auf   die
Überlebenszeiten hat, zeigte sich auch in unserer Auswertung, bei der zwischen den kurativ
(mediane   Überlebenszeit   412   Tage)   und   palliativ   (mediane   Überlebenszeit   204   Tage)
behandelten Hunden ein signifikanter Unterschied festzustellen war.
Auch  wenn  nicht  bei  allen  Hunden  und  Katzen,  bei  denen  ein  makroskopischer  Tumor
bestrahlt  wurde,  Informationen  über  den  Tumorstatus  am  Ende  der  Bestrahlungstherapie
vorlagen,  zeigten  die  Ergebnisse  durchaus,  dass  man  mit  Radiotherapie  eine  gute  lokale
Tumorkontrolle erreichen kann. Bei 11/21 Hunden und bei 8/11 Katzen ging der Tumor in
Remission.
Dass die Therapie der Wahl bei Maulhöhlentumoren immer noch die Chirurgie ist, spiegelte
sich  auch  in  unsere  retrospektive  Auswertung  wieder.  So  erhielten  35/45  Hunde  eine
chirurgische Tumorresektion vor Beginn der Bestrahlungstherapie.
Wie  bereits  erwähnt,  ist  es  aufgrund  des  oft  fortgeschrittenen  Tumorstatus  in  vielen  Fällen
nicht  möglich,  eine  komplette  Tumorresektion  durchzuführen.  Auch  in  dieser  Studie  wurde
bei 68,6 % dieser 35 Hunde kein sauberer Schnittrand erzielt, wodurch sie unmittelbar nach
Abheilung der OP Wunde zusätzlich bestrahlt wurden. Die restlichen 31,4 % kamen zu einem
späteren Zeitpunkt aufgrund eines Rezidivs zur Bestrahlungstherapie.
Bei  den  Hunden  mit  einem  Oralen  malignen  Melanom  wurde  die  Bestrahlungstherapie  bei
75  %  mit  einer  Chirurgie  und  bei  33,3  %  mit  einer  Chemotherapie  kombiniert,  wodurch
mediane Überlebenszeiten von 220 Tagen erzielt werden konnten. Obwohl 83,3 % der Hunde
mit einem Plattenepithelkarzinom und 81,3 % mit einem Fibrosarkom mit einer Kombination
aus   einer   chirurgischen   Tumorresektion   und   adjuvanter   Bestrahlung   therapiert   wurden,
erzielten sie in unserer Studie mediane Überlebenszeiten von nur 174 bzw. 211 Tagen. Diese
Ergebnisse liegen deutlich unter den Angaben in der Literatur. Dies mag aber daran liegen,
dass   die   Mehrheit   der   Tiere   nicht   mit   einem   kurativen,   sondern   einem   palliativen
Bestrahlungsprotokoll therapiert wurden.
Zusammenfassend  ist  zu  sagen,  dass  die  Bestrahlungstherapie  die  lokale  Tumorkontrolle
durchaus verbessern kann, und gerade bei knapp resezierten Tumoren zu einer Verlängerung
der  Überlebenszeit  führt.  Die  besten  Ergebnisse  werden  erwartungsgemäß  mit  kurativen
Bestrahlungsprotokollen erzielt.
Da  die  Technik  in  der  Bestrahlungstherapie  immer  weiter  fortschreitet  kommt  es  zu  einer
kontinuierlichen  Verbesserung  der  Planungsmöglichkeiten  und  bildlichen  Darstellung  des
Tumors. Dies lässt hoffen, dass in Zukunft Nebenwirkungen noch geringer werden und immer
mehr   Menschen   dazu   bereit   sind   ihr   Tier   mit   aggressiveren   Bestrahlungsprotokollen
behandeln zu lassen (ESTRIN, 2009).

7. Extended Summary


Oral malignant tumors are a common tumor group in dogs and cats with an incidence rate of
about 6% in dogs and 3% in cats. The oral cavity is one of the most common primary sites for
malignant tumors. It can be explained by its large mucosal surface, which is naturally exposed
to   a   variety   of   carcinogenic   substances   and   environmental   factors   (CRONIN,   2006a;
MORRIS and DOBSON, 2001c).
Many patients with oral tumors are diagnosed with advanced disease, because most owners do
not routinely inspect the oral cavity of their pet. In this advanced stage, surgical resection of
the tumor can frequently not be offered as the only treatment option and needs to be combined
with an adjuvant therapy. As the most common oral tumors (OMM, SCC, FSA and OSA) all
have  a  moderate  to  high  risk  of  local  recurrence,  radiotherapy  is  frequently  applied  as
adjuvant treatment option (DOBSON, 1998b; LIPTAK and WITHROW, 2007).
The aim of this retrospective study was to evaluate the outcome in dogs and cats with an oral
tumor which have been treated with palliative or curative radiotherapy between January 2006
and June 2011 at the University of Veterinary Medicine Vienna.
A  total  of  63  animals,  including  45  dogs  and  18  cats  were  included  into  the  study.  For  all
animals  patient  characteristics  (species,  breed,  sex,  age,  weight),  country  of  origin,  and
referral status were determined.
In  addition,  tumor  type,  tumor  location,  bone  invasion,  presence  of  regional  lymph  node
metastasis,  and  disease  status  (recurrence)  were  analysed.  Treatment  informations  included
intent  of  radiotherapy,  treatment  protocol,  combination  therapies,  side  effects,  tumor  status
after radiation therapy, cause of death and survival times.
Of the 63 animals 82.5% were referred with the majority of these cases (74.6%) coming from
Austria.
Canine  patients  dominated  the  study  population  with  71.4%.  When  we  compared  overall
median survival times, we found a significant difference between dogs (220 days)  and cats
(140 days). This difference can be explained by the circumstance that all feline patients only
received a palliative treatment. In both species the average age was 9.5 years reflecting that
typically older animals develop a malignant oral tumor. In dogs an equal gender distribution
was observed, in cats, however, the male patients dominated with 61,1%.
In contrast to most other studies in which OMM are the most common tumor type, the most
common canine oral tumors in our case series was a FSA (35,6%) followed by OMM with
26.7% and SCC with 13.3%. In the cats, however, SCC represented the most common tumor
with 61,1 % and this is consistent with the literature (KLEIN, 2010).
40%  of  the  canine  patients  received,  curative  and  60%  palliative  radiation  therapie.  In  the
palliative   group   37%   were   radiated   with   a   daily   protocol   and   63%   were   irradiated
hypofractionated.  All  cats  were  treated  with  a  palliative  protocol.  Treatment  intent  had  a
significant impact on survival times. In our analysis the overall median survival time in dogs
radiated with a curative  protocol was 412 days and in canine patients treated palliatively it
was 204 days. Although we could not retrieve response informations from all dogs and cats
radiated with a macroscopic tumor, 11/21 dogs and 8/11 cats went into remission at the end of
therapy.
The  treatment  of  choice  for  oral  cavity  tumors  is  surgery  which  is  also  reflected  in  our
retrospective analysis with 35/45 dogs receiving a surgical resection prior to radiation therapy.
However, surgery alone is often not feasible as a single treatment option in advanced disease.
Also  in  this  study,  in  68.6%  of  these  35  dogs  no  clean  margins   were   reached   and
postoperative radiotherapy was therefore offered. The other 31,4% of patients were radiated
came at a later time point due to recurrent disease.
In 75% of all dogs with an OMM radiation therapy was combined with surgery and in 33,3%
it was further combined with chemotherapy. The overall median survival time in this group
was   220   days   which   is   comparable   to   the   literature   (KESSLER,   1999;   LIPTAK   u.
WITHROW, 2007). Although 83.3% of the dogs with a SCC and 81.3% with an FSA were
treated with a combination of surgical resection and adjuvant radiation, they achieved in our
study, median survival times of only 174 and 211 days. These results are significantly lower
than  those  in  the  literature.  But  this  may  be  because  the  majority  of  the  animals  were  not
treated  with  a  curative,  but  with  a  palliative  irradiation  protocol.  In  conclusion  radiation
therapy can improve local tumor control especially if used in a curative postoperative setting.
Modern  radiotherapy  with  advanced  imaging  and  planning  options  will  further  help  to
minimize  radiation  side  effects  in  neighbouring  healthy  tissue.  This  gives  hope  that  in  the
future  more  people  are  willing  to  treat  their  animals  with  aggressive  irradiation  protocols
(ESTRIN, 2009).

8. Literaturverzeichnis


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Elsevier, p.XV

9. Anhang
9.1 Tabellenverzeichnis


Tab.1: TNM-Klassifizierung der oralen Tumore nach WHO (NOLTE u. NOLTE, 2000)
Tab.2: Übersicht über die Verteilung der verschiedenen Maulhöhlentumore bei Hund und
 Katze
Tab.3: Überblick über die Verteilung der der regionalen Lymphknotenmetastasen bei Hunden und Katzen mit oralen Tumoren
Tab.4: Überblick über die regionale Lymphknotenmetastasierung innerhalb der Tumortypen
OMM und FSA beim Hund
Tab.5: Übersicht über die verwendeten Chemotherapie-Protokolle bei Hunden und Katzen
bei den einzelnen oralen Tumorarten
Tab.6: Gradeinteilung der akuten Nebenwirkungen von Haut und Maulschleimhaut durch die
Bestrahlungstherapie bei den Hunden und Katzen
Tab.7: Überblick über die mediane und mittlere Überlebenszeit beim Hund hinsichtlich der
Faktoren: Bestrahlungsart, Tumorlokalisation, Knocheninvasivität und regionale
Lymphknotenmetastasierung
Tab.8: Überblick über die mediane und mittlere Überlebenszeit bei der Katze hinsichtlich der
Faktoren: Tumorlokalisation, Knocheninvasivität und  regionale
Lymphknotenmetastasierung
Tab.9: Gesamtübersicht (kurativ und palliativ behandelt) über die Überlebenszeiten beim
 Hund hinsichtlich der verschiedenen oralen Tumorarten
Tab.10: Übersicht über die Überlebenszeiten bei der Katze hinsichtlich der verschiedenen
 oralen Tumorarten

 

9.2 Abbildungsverzeichnis


Abb.1: Prozentuelle Verteilung der verwendeten Bestrahlungsenergien bei der palliativen
Therapie oraler Maulhöhlentumore beim Hund
Abb.2: Prozentuelle Verteilung der verwendeten Bestrahlungsenergien bei der palliativen
Therapie oraler Maulhöhlentumore bei der Katze
Abb.3: Prozentuelle Verteilung der Todesursachen bei den, wegen eines Maulhöhlentumors,
bestrahlten Hunden
Abb.4: Prozentuelle Verteilung der Todesursachen bei den, wegen eines Maulhöhlentumors,
bestrahlten Katzen
Abb.5:  Kaplan-Meier Überlebenskurve aller, wegen eines Maulhöhlentumors, kurativ oder
palliativ bestrahlter Hunde und Katzen
Abb.6: Kaplan-Meier Überlebenskurve der, wegen eines Maulhöhlentumors, kurativ und
palliativ bestrahlter Hunde
Abb.7: Kaplan-Meier Überlebenskurve der, wegen eines Maulhöhlentumors, palliativ
bestrahlten Katzen

9.3 Abkürzungsverzeichnis
CT
Computertomographie
DNA / DNS
Desoxyribonukleinsäure
H2O
Wasser
Ln.
Lymphonodus / Lymphknoten
Ln. mand.
Lymphonodus mandibularis
Lnn. mand.
Lymphonodi mandibulares
Ln. retro
Lymphonodus retropharyngeus
FNAB
Feinnadelaspirationsbiopsie
FSA
Fibrosarkom
1 Gray (Gy)
1 J/kg
MeV
Megaelektronenvolt
MRT
Magnetresonanztomographie
MV
Megavolt
OMM
Orales malignes Melanom
OSA
Osteosarkom
P 2,3,4
Prämolar 2,3,4
RNS
Ribonukleinsäure
SCC
Squamous Cell Carcinoma (Plattenepithelkarzinom)
TIS
Tierspitalinformationssystem
ÜZ
Überlebenszeit
VRTOG
Veterinary Radiationtherapy Oncology Group
WHO
Weltgesundheitsorganisation


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